Geschichte des Marktes

von Dr. Hans Perlinger

Fotos: Dr. Hans Perlinger und Markt Hohenwart

vor 1074

Die Klostergründung als Ursprung des späteren Marktes Hohenwart.
Darstellung des Gründungsaktes des Klosters.
Wiltrud bittet ihren Bruder Ortulf um Zustimmung zur Gründung des Benediktinerklosters Hohenwart.
Beide Geschwister gehören der Adelsfamilie der Rapotonen an.

Gründungsakt des Klosterszoom
 

1074

Die Weihe des Klosters durch den Augsburger Bischof Embricho.
Die Abbildung verdeutlicht die Übergabe der Burg an die Kirche und die Weihe der Kirche selbst zusammen mit den beiden Eltern des Gründerpaares.
Weihe des Klosterszoom
 

1180 - 1183

Außerhalb des Klosters entstanden zur Zeit Herzog Ottos I mehrere Gebäude. Hier liegen die Wurzeln des späteren Marktes Hohenwart.
Auf der Abbildung von 1701 sind die noch bestehenden Häuser wie das Pfarrhaus, die Scheune, das Forsthaus und ein Hof immer noch sichtbar.

Darstellung des Klosters um 1701zoom
 

1186

Vogt Gerung wird von den Wittelsbachern zum Vogt des Klosters bestellt. Damit beginnt die Vogteiherrschaft der Arnbacher über das Kloster.
Bild rechts: Das heutige Schloss Oberarnbach.

Das heutige Schloss Oberarnbachzoom
 

1245 - 1349

Innerhalb dieser Zeit erfolgt die bürgerliche Einung. Damit ist die Grundlage für die landesherrliche Verleihung des Siegelrechts geschaffen. Rechtliche Folge des Siegelrecht ist das Recht die freiwillige Gerichtsbarkeit durchzuführen
Eine Quelle vom 25.11.1349 gibt zu erkennen, dass Chunrat Liebschatz seinen Besitz in Brunnen verkauft hat und als Bürger von Hohenwart bezeichnet wird, wobei die entsprechende Urkunde mit dem Siegel des Marktes Hohenwart versehen ist.

1260 - 1265

Entstehung des goldenen Buches von Hohenwart

Das Goldene Buch von Hohenwartzoom
 

vor 1356

Ausbruch eines Großfeuers im Markt, bei dem auch die Urkunden, die die Freiheitsrechte beinhalteten, vernichtet worden sind.
Bay.Hauptstaatsarchiv München, GL Pfaffenhofen 27

1361

Ein Bürgersiegel des Marktes wird erwähnt.
Monumenta Boica 17/127

1367

Der Markt muss zu diesem Zeit bereits an der Paar angesiedelt gewesen sein
Monumenta Boica 19/27

1372

Eine Überschreibungsurkunde dokumentiert, dass in dieser Wiese der Markt Hohenwart gelegen ist.
Monumenta Boica 17/133,135

1372

Der Markt siegelt den großen Brandbrief mit und steigt dadurch zum gefreiten Markt auf.
Bay.Hauptstaatsarchiv München GL Pfaffenhofen 23, 27

1378

Eine Landschranne (Gericht) ist vorhanden, die Streitfälle zwischen dem Kloster und dem Markt entscheidet. Monumenta Boica 17/139,140.

1388

Verwüstungen durch Ingolstädter im Rahmen des Städtekrieges. Weitere Verwüstungen erfolgen 1395, 1398, 1421 und 1422
Liebhart: Kloster, Wallfahrt Markt. 1977, 475

1409

Herzogin Elisabeth schenkt dem Markt ein Stück Land im Paartal, auf dem sie den abgebrannten Markt wieder aufbauen können
Bay.Hauptstaatsarchiv München, GL Pfaffenhofen 27

1415

Herzog Ernst verbrieft dem Markt Stock und Galgen.

Die sog. Armensünderkapelle steht in der Nähe von Friedhof und Volksschule.

Armensünderkapellezoom
 

vor 1450

Bau der Marktkirche Mariä Verkündigung.

Marktkirche Mariä Verkündigungzoom
 

1471

Das Salbuch des Klosters, das den gesamten Besitz des Klosters um 1471 verzeichnet.

Salbuch des Klosterszoom
 

1486

Bürger von Hohenwart erreichen, dass ihre klösterlichen Lehen in Erbrechtslehen umgewandelt werden.
NCB 30/115 – 128

vor 1500

In Hohenwart bestehen 3 Jahrmärkte zu St. Georg, St. Peter und St. Martin.
Bay.Hauptstaatsarchiv München GL Pfaffenhofen, Nr. 24

1531

Errichtung eines Spitalgebäudes am westlichen Stadttor.

Spitalgebäude am westlichen Stadttorzoom
 

vor 1588

Der Markt Hohenwart in seinem ersten Entwicklungsstadium. Die heutige Kapellenstraße ist damals noch der Marktplatz

Zeichnung Der Markt zu Beginn seiner Entwicklungzoom
 

1606

Hohenwart erhält aus München die Genehmigung das vorgeschlagene neue Wappen und Siegel zu gebrauchen (St. Georg mit Pferd).
Haas Matthias Bernhard: Hohenwart, Oberbayern. Hohenwart 1920, Seite 82

1630 - 1635

Im Dreißigjährigen Krieg – Schwedischer Krieg – wird Graf Tilly in Rain/Lech tödlich verwundet.

Er stirbt in Ingolstadt. Das Kloster stand leer und der Markt war schwer verwüstet.

Graf Tillyzoom
 

1701

Darstellung des Marktes Hohenwart mit Mauer und Graben
Stich Markt Hohenwart mit Mauer und Grabenzoom
 

1704 - 1705

Österreich besiegt Bayern bei Höchstätt. Von den Märkten Geisenfeld, Mainburg, Hohenwart und den Städten Neustadt/Do. und Abensberg werden 30.000 Gulden Kontributionen gefordert.

1705 kommt es zu bayerischen Aufstand.

Darstellung Bauernrebellzoom
 

1796

General Moreau dringt mit seiner Armee in Bayern ein. 1.9.1796 Schlacht bei Geisenfeld am Castulusberg. Beim Rückzug kam er auch durch Hohenwart.
Gerstner: Geschichte der Stadt Ingolstadt, 1853, 323

1800

Auf dem Klosterberg befanden sich 3 Häuser, die zum Markt Hohenwart gehörten.
Historischer Atlas von Bayern Volckamer Landgericht Pfaffenhofen 1963, 63

1802

In einer Realitätenbeschreibung wird ein Oberes Tor, ein Mittleres Tor und ein Unteres Tor aufgeführt. 1846 steht nur noch das Obere Tor.

Joseph Eberle, 1846 S.235, 236

Torbogenzoom
 

1803

Säkularisation des Klosters Hohenwart mit Verkauf der Gebäude an Bürger auch von Hohenwart.

Aus dieser Zeit besteht ein kommentierter Plan des Klosters

Kommentierter Plan des Klosterszoom
 

1808

Erlass des Gemeindeedikts in Bayern mit dem Ziel kleinere Verwaltungseinheiten zu schaffen.

Staatsreformen unter Graf Montgelas zur Zeit König Max I.

Bay.Hauptstaatsarchiv München MF Nr. 10069

Graf Montgelaszoom
 

1816 - 1817

Hungerjahre in Bayern

1825

Ein neues Rat- und Schulhaus wird gebaut.

Rat- und Schulhaus Hohenwartzoom
 

1840

Großbrand in Hohenwart. Große Teile im mittleren nördlichen Ortsteil brannten vollständig nieder.

Häuserplan um 1840zoom
 

1853 - 1855

Das Krankenhaus in Hohenwart wird gebaut. Ansicht von 1965 im ursprünglichen Zustand.

Krankenhaus um 1965zoom
 

1862

Auf dem Grund von Graf Toerring wird ein neuer Friedhof gebaut, der 2012 in dieser Form noch besteht.
Sacher: Heimatbuch 1995, 261

1865

Das Hopfensiegel mit der Bezeichnung: Hohenwart in der Hallertau wird eingeführt.

Hopfen-Siegelurkundezoom
 

1869

Der Markt erklärt die Wiedereinführung der magistralen Verfassung. Dies wird mit Wirkung vom 1.1.1870 genehmigt.
Historischer Atlas von Bayern Volckamer Landgericht Pfaffenhofen, 1963, 152

1870 - 1871

In dem Krieg Deutschland gegen Frankreich sterben 3 Soldaten aus Hohenwart.

Die beiden nebenstehenden Soldaten sind bayerische Soldaten aus jener Zeit.

Darstellung Bayerische Soldatenzoom
 

1876

Regens Wagner kauft das Kloster.

Regens Wagner mit Schwesternzoom
 

1878

Regens Wagner eröffnet 1878 die Gehörloseneinrichtung

Gebäude Regens Wagner in Klosterbergzoom
 

1886

König Ludwig II stirbt im Starnberger See.
Hartmann: Bayerns Weg 2004, 439.

König Ludwig IIzoom
 

1895

Die Pfarrkirche und Teile der Taubstummenanstalt auf dem Klosterberg brennen vollständig nieder.

zerstörte Pfarrkirchezoom
 

1904

Das Kloster erwirbt die Marktmühle mit Säge. Ab 1913 wird sie an Ludwig Kramer verpachtet

Marktmühle mit Sägezoom
 

1912 - 1913

Prinzregent Luitpold stirbt und sein Sohn Ludwig tritt die Nachfolge an.

Zunächst ist er Prinzregent, ab 1913 aber König Ludwig III.

Prinzregent Luitpoldzoom
 

1914 - 1918

Der 1. Weltkrieg bricht aus. Es starben 58 Soldaten aus Hohenwart.

Darstellung Feindsoldaten 1.Weltkriegzoom
 

1914 - 1918

Seine königliche Hoheit, Kronprinz Ruprecht, nahm als General am 1. Weltkrieg teil.

Seine militärischen Anfangserfolge werden durch die Strategie der preußischen Armee zunichte gemacht.

Kronprinz Ruprechtzoom
 

1918

Die blutige Schlacht in den Argonnen.

Schlacht in den Argonnenzoom
 

1918

Ludwig III entbindet die bayerischen Beamten und Soldaten von ihrem Treueid.
Historischer Atlas von Bayern Volckamer Landgericht Pfaffenhofen, 1963, 152

1919

Annahme der bayerischen Verfassung.
Hartmann: Bayerns Weg, 2004, 477

1923

Die Inflation machte das Geld wertlos. 1 Pfund Brot kostete 180 Milliarden
Mark Sacher: Heimatbuch 1995, 277

1928

In Hohenwart wird eine Hopfenpräparieranstalt gegründet
Marktarchiv Hohenwart Nr 725.4

1930

Die stärkste politische Kraft in dieser Zeit war die bayerische Volkspartei.
Sacher: Heimatbuch 1995, 281

1938

Die Ortsgruppenerhebung der NSDAP Ortsgruppe erfolgte in diesem Jahr.
Sacher: Heimatbuch 1995, 283

1939 - 1945

Der zweite Weltkrieg ging mit einer Niederlage Deutschlands zu Ende

Kanonenfeuer im zweiten Weltkriegzoom
 

1945

Es erfolgte die Abtrennung der Rheinpfalz von Bayern.

Hartmann: Bayerns Weg, 2004, 530.

Schaubild Bayern und Pfalzzoom
 

1945 - 1946

Gründung der CSU
Hartmann: Bayerns Weg, 2004, 549

1946

Flüchtlinge kamen aus dem Osten und suchten eine neue Heimat
Sacher: Heimatbuch 1995, 289

1950

Der Schweinemarkt wird in Hohenwart wieder eingeführt.
Sacher: Heimatbuch 1995, 290

1958

Errichtung der landwirtschaftlichen Berufsschule
Sacher: Heimatbuch 1995, 330

1963

Gründung des Zweckverbandes Wasserversorgung Paartalgruppe.
Paartalgruppe: 25 Jahre Zweckverband, 1989

1966

Hohenwart übernimmt das Krankenhaus im Markt in Eigenregie.

Marktarchiv Neubestand 541.

Krankenhaus Hohenwartzoom
 

1968

Neubau der Grund- und Hauptschule Hohenwart
1968 Baubeginn
1970 Bauabschnitt I wird bezogen
1976 Bauabschnitt II wird bezogen

Grund- und Hauptschule Hohenwart
 

1969

Gründung der Verbandsschule.
Heimatkundliche Stoffsammlung 198182 13 – 36

1971

Eingemeindung des Haidforstes.

Sacher: Heimatbuch 1995, 331 und
Marktarchiv Nr. 022.8

Forsthaus in Klosterbergzoom
 

1971

Eingemeindung der Altgemeinde Deimhausen.
Sacher: Heimatbuch 1995, 331 und Marktarchiv Nr 022.8

1972

Weichenried und Seibersdorf werden eingemeindet.
Marktarchiv Bescheide vom 20.12.1971, 022.8

1972

Hohenwart wird aus dem Ldkrs. Schrobenhausen ausgegliedert und dem Ldkrs. Pfaffenhofen zugeordnet
Sacher: Heimatbuch 1995, 331

1978

Klosterberg, Freinhausen und Koppenbach werden eingemeindet.
Marktarchiv, Verordnung v. 5.12.1977, 022.8

1979

Der Regionalplan weist auf Initiative hin Hohenwart als Kleinzentrum aus.
Sacher: Heimatbuch 1995, 331

1987

Das gemeindliche Krankenhaus schließt seine Pforten. Die Schwestern werden durch Pfarrer Gumbiller verabschiedet.

Ab 1988 wird ein privates Altenheim betrieben.

Sacher: Heimatbuch 1995, 333.

Verabschiedung der Krankenhausschwesternzoom
 

1990

Die Wiedervereinigung Deutschlands kommt zustande.
Hartmann: Bayerns Weg, 2004, 599

1993

Hohenwart übernimmt den kirchlichen Friedhof in Hohenwart.

Sacher: Heimatbuch 1995, 334

Friedhof Hohenwartzoom
 

1994

Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses in Hohenwart (Baubeginn: 1989)

Feuerwehrhaus Hohenwart, Einweihung
 

1994

Wegen eines Jahrhunderthochwassers musste Katastrophenalarm ausgelöst werden.
Mitteilungsblatt Hohenwart 1994, Nr. 16

2005

Abbruch der Hopfenpräparieranstalt.

Abbruch der Hopfenpräparieranstaltzoom
 

2006

Erweiterung und Neukonzeptionierung im Kloster und der Landwirtschaft.

Regens Wagner: Guckloch 2003, 15.

Wegweiser Regens Wagnerzoom
 

2011 - 2012

Umbau und Erweiterung des Förderzentrums mit Schwerpunkt „Hören“.
Auskunft Willi Käser vom 13.10.2011.


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