Tier- und Pflanzenarten im Paartal

19.08.2020

Regionale Artenvielfalt im Gemeindebereich

1) TIERE UND PFLANZEN

Teil 1:  Der Eisvogel                              Teil 11: Die Berberitze                                Teil 21 heimische Schlangen

Teil 2:  Die Mühlkoppe                           Teil 12: Der Graureiher                               Teil 22 Acker Schachtelhalm

Teil 3:  Libellen                                     Teil 13: Der Feldhase                          

Teil 4:  Das Scharbockskraut                 Teil 14: Wasserpflanzen

Teil 5:  Wiesenbrüter                             Teil 15: Der Wiesen-Kümmel

Teil 6:  Die Knoblauchsrauke                  Teil 16: Der Biber

Teil 7:  Der Weißstorch                          Teil 17 Indisches Springkaut

Teil 8:  Der Gundermann                         Teil 18 Fuchs 

Teil 9:  Wildbienen                                  Teil 19 Wildschwein

Teil 10: Der Pirol                                     Teil 20 Brennessel


Teil 1: Der Eisvogel:

Der Eisvogel war 1973 und 2009 Vogel des Jahres in Deutschland.
Er besiedelt weite Teile Europas, Asiens sowie das westliche Nordafrika und lebt an mäßig schnell fließenden oder stehenden, klaren Gewässern mit Kleinfischbestand und Sitzwarten.
Sie nisten in sterilen sandigen Uferwällen und graben sogar ein Nest mit einem Zugangs-Tunnel in den Sand!
Eisvögel brüten durchschnittlich zwei- bis dreimal im Jahr.
Es sind Race- Vögel. Sie können bis zu 80 km/h fliegen.
Ihre Nahrung setzt sich aus Fischen, Wasserinsekten , Kleinkrebsen und Kaulquappen zusammen.
Der Eisvogel hat wie alle Vertreter seiner Gattung einen kurzen und gedrungenen Körper mit kurzen Beinen, kurzen Schwanzfedern und breiten Flügeln. Der große Kopf mit dem etwa 4 cm langen, spitzen Schnabel sitzt auf einem kurzen Hals. Die Oberseite wirkt je nach Lichteinfall kobaltblau bis türkisfarben; auf dem Rücken befindet sich ein leuchtend blauer Streifen, der besonders beim Abflug auffällt. Eisvögel haben eine Körperlänge von etwa 16 bis 18 cm und wiegen 35 bis 40 g. Die Flügelspannweite beträgt etwa 25 cm.Der Unterschied zwischen Männchen und Weibchen ist nur am Schnabel zu erkennen. Der Schnabel des Weibchens hat orangefarbene Stellen am Unterschnabel, der des Männchens ist ganz schwarz.
Beim deutschen Namen „Eisvogel“ lassen sich die Ableitungen des ersten Wortteils von Eis oder Eisen mit dem blauen beziehungsweise orangenen Gefieder in Verbindung bringen. Auf Grund mehrerer überlieferter Beispiele aus dem Althochdeutschen ist nachgewiesen, dass die betreffenden Ausdrücke „isaro“ beziehungsweise „isarno“ eigenständige Namen für diese in Europa einzigartige Vogelart darstellen, wobei diesem Namen wiederum das germanische „isan“ oder „eisan“ (glänzen) zugrunde liegt.
Im Marktgebiet kann man ihn sehr häufig zwischen Wangen und Hohenwart erblicken.

Eine schöne Sage aus Frankreich erklärt die Farben des Eisvogels:

Das Federkleid des Eisvogels war ursprünglich grau. In diesem Farbzustand befand er sich auch in der Arche Noah. Viele, viele Monate lang schaukelte die Arche auf den Wassern der überfluteten Welt. Nach einer endlos langen Regenperiode und Überschwemmungen klärte sich die Luft langsam auf. War nun ein Ende des Zornes Gottes gekommen? Sank das Wasser schon? Noah schickte den Eisvogel aus, um nach Land Ausschau zu halten.
Nach seinem langen Aufenthalt in der Arche tänzelte er fröhlich in der frischen Luft herum. Die Sonne brach durch die schweren Wolken und die Luft wurde strahlendblau. Blau war die Lieblingsfarbe des grauen Vogels. Wie ein Magnet wurde er durch die blaue Luft angezogen und er flog höher und höher. Er flog so hoch, dass er genauso blau wurde wie die Luft. Das graue Federkleid verwandelte sich in ein prächtiges glänzendes Blaugrün. Er flog noch weiter und so hoch, dass seine Brust durch die Sonne verbrannte. Durch die Schmerzen stürzte der Vogel herunter und löschte seine Brust im kühlen Wasser. So bekam der graue Vogel sein schönes blaues Federkleid mit der rotbraunen Brust. Doch als der Vogel völlig zufrieden über seine spektakuläre Reise und sein neues äußerliches zur Arche zurückkehrte ließ Noah ihn nicht mehr herein da er seine Aufgabe vernachlässigt hatte. So wurde er gezwungen auf dem Wasser zu überleben.

 
 
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Teil 2: Die Mühlkoppe

Der Mühlkoppe, Groppe oder Kroppe genannte Fisch ist auch in der Paar beheimatet. Man muss aber schon genau hinsehen, um den meist zwischen Wurzeln und Steinen versteckt lebenden Bodenbewohner zu Gesicht zu bekommen.
Mit ihrem großen Kopf und ihrem breiten Maul wirkt die Koppe trotz ihrer geringen Größe von maximal 15 Zentimetern recht imposant. Dazu tragen auch die sehr großen, fächerförmigen Brustflossen sowie zwei Rückenflossen mit Stachelstrahlen bei. Die Kiemendeckel tragen je einen kräftigen Dorn. Der keulenförmige Körper ist bräunlich bis dunkelgrau gefärbt, mit unregelmäßiger Marmorierung. Wegen ihres dicken Kopfes hat ihr der Volksmund den Namen "Bullenkopf" verpasst.
Der wenig bewegliche Kleinfisch bewohnt klare, sauerstoffreiche Fließgewässer und Seen mit steinigem bis sandigen Grund. Besonders in den Forellen- und Äschenregionen mit Fließgewässern bis in Höhen von 2.000 m über dem Meeresspiegel und in sommerkühlen Seen fühlt er sich wohl. Die Mühlkoppe passt sich in der Farbgebung dem Untergrund perfekt an. Sie ist ein überwiegend dämmerungs- und nachtaktiver Bodenfisch. Auffällig ist die robbende Fortbewegungsweise auf den kräftigen Brustflossen.
Als bodengebundene Fischart ohne Schwimmblase (und als mäßiger Schwimmer) stellen für die "Groppe" bereits niedrigere Schwellen unüberwindbare Hindernisse dar. Aufgrund dieser Tatsache gilt es für die Mühlkoppe ihre Energie zu sparen. Sie bewegt sich mit gespreizten Brustflossen meist nur ruckartig über den Boden. Auf dem steinigen Untergrund ist sie in dieser Ruhestellung sehr gut getarnt und hält sich tagsüber auch meist versteckt. Die „Groppe“ ernährt sich von kleinen Bodentieren wie Insektenlarven und Bachflohkrebsen.
Die Laichzeit hängt stark vom Gewässer ab. Je nach Lebensraum fällt sie in den Zeitraum Februar bis Mai. Das Weibchen legt dabei 100 bis 200 Eier unter Steinen oder in einer Art Laichgrube ab. Das Männchen bewacht das Gelege und sorgt durch Fächeln mit den Brustflossen für Frischwasserzufuhr bis die Larven geschlüpft sind. Nach vier bis sechs Wochen schlüpfen sie und treiben mit dem Wasserstrom abwärts. Erst als Jungfische wandern sie wieder den Bach aufwärts.


 
 
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Teil 3: Libellen

In Mitteleuropa leben rund 80 verschiedene Libellenarten deren Leben an Wasser gebunden ist, da ihre Larven nur dort existieren können.
Der Lebenszyklus von Libellen beträgt ein Jahr. Im Flachland lassen sich die erwachsenen Tiere von Mai bis Juli beobachten.
Sie weisen eine Flügelspannweite von 2 bis 15 Zentimetern auf. Im Aussehen und Bau ähneln sie den zur Blütezeit der Dinosaurier vor rund 150 Millionen Jahren lebenden Arten. Libellen sind also sehr ursprünglich gebliebene Insekten.
Libellen sind Raubinsekten. In der Luft jagen sie nach Fliegen, Mücken und sogar Libellen kleinerer Arten, um sie dann oft schon im Fluge mit ihren Mundwerkzeugen zu verzehren. Die optimale Orientierung im Luftraum wird möglich durch die beiden, einen großen Teil des Kopfes ausmachenden, aus bis zu 30.000 Einzelaugen zusammengesetzten Komplex- oder Facettenaugen. Sie besitzen ein hohes zeitliches Auflösungsvermögen, wodurch die Libellen hervorragend sich schnell bewegende Beutetiere erkennen und verfolgen können. Diese ergreifen sie dann mit ihren nach vorn gerichteten, einen Fangkorb bildenden, drei bedornten Beinpaaren.
Zahlreiche Libellenarten besiedeln auch das Paartal. Saubere Fließgewässer und der an der Paar so typische Wechsel zwischen beschatteten und offenen, besonnten Abschnitten bieten für die häufig vorkommenden Prachtlibellen sowie die seltene Grüne Keiljungfer die idealen Lebensbedingungen.
Das schwer zu beobachtenden Kleine Granatauge besiedelt die zahlreichen Altwässer entlang der Paar. Sie hält sich in großer Entfernung vom Ufer auf Schwimmblättern oder Algenwatten im und auf den Wasser auf.
Auch die sehr seltene Vogel-Azurjungfer kann im Paartal bewundert werden. Als Lebensraum dienen ihr Flachmoor-Quellbäche. Ihre ungewöhnlich schwarz Färbung unterscheidet sie stark von anderen Azurjungfer-Libellen.


 
 
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Teil 4: Das Scharbockskraut

Das flach wachsende Scharbockskraut gehört im Frühjahr zu den ersten Pflanzen , welche ihre kleinen, saftigen Blätter und etwas später auch die Blüten der Sonne entgegenstrecken. Es breitet sich teppichartig in Gärten, Parks, in Auenwälder, auf Obstwiesen, am Bachufer, auf Wiesen und auf feuchten Böden aus. Für Bienen und andere Insekten ist Scharbockskraut eine wichtige Futterpflanze. Das Scharbockskraut wird auch als Feigwurz, Frühsalat, Gichtwurz, Erdgerste oder Frühlings-Scharbockskraut bezeichnet. Der Name leitet sich von Scharbock = Skorbut ab. Skorbut ist eine Vitamin C-Mangelkrankheit, die früher im Winter weit verbreitet war. Als eine der ersten grünen Pflanzen im Frühjahr stand mit dem Scharbockskraut eine gute Vitamin C- Quelle zur Verfügung.


Das Scharbockskraut ist eine frühjahrsgrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 20 cm erreicht. Es gehört der Familie der Hahnenfußgewächse an. Nach den glänzend grünen Blättern erscheinen auffallende, einzeln stehende und lang gestielte, goldgelbe und sternförmige Blüten. Sie fügen dem Blätterteppich zwar ein fröhliches Leuchten hinzu, zeigen aber auch an, dass die Scharbockskraut-Blätter für den Menschen von nun an leicht giftig sind. Nicht jedoch für die Tiere. Die auffällige Färbung dient dazu, zur Blütezeit (März bis Mai) zahlreiche Insekten anzulocken, die am Blütenboden Nektar finden. Bei Berührung der zahlreichen Staubblätter erfolgt die Bestäubung. Die Frühjahrspflanze zieht bereits im Mai/Juni wieder ein, zu diesem Zeitpunkt sind die neuen Wurzelknollen fertig ausgebildet und die oberirdischen Pflanzenteile beginnen sich gelb zu verfärben und welken dann.


Wegen seines Vitamin C-Gehalts (und weil es zu den ersten grünen Pflanzen des Frühjahrs gehört) verwendete man Scharbockskraut gerne in Frühlingssalaten. Es wirkt blutreinigend und gegen Frühjahrsmüdigkeit. In der Volksmedizin verwendete man es auch als Tee gegen Hautunreinheiten. Ein Sitzbad soll auch bei Hämorrhoiden helfen. Der Saft aus den Wurzelknöllchen wirkt antiviral und wurde zur Behandlung von Warzen eingesetzt.Das Scharbockskraut ist keine klassische Heilpflanze, sondern eher eine Nahrungspflanze, die früh im Jahr vitaminreiches, frisches Grün auf den Teller bringt. Sein Geschmack ist säuerlich-scharf. Es eignet sich gut als kleiner Snack auf dem Frühlingsspaziergang, als Beigabe zu normalem Blattsalat oder in Suppen. Man sollte Scharbockskraut aber nicht in zu großen Mengen konsumieren.


 
 
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Teil 5 Die Wiesenbrüter

 

Feuchte, unbewirtschaftete Wiesen sind der ideale Brutplatz für Vogelarten wie den Großen Brachvogel, den Wiesenpieper, den Fasan das Braunkehlchen, die Bekassine, die Grauammer, den Kiebitz oder den Wachtelkönig.

All diese Vogel werden gehören zur Gattung der Wiesenbrütern. Das sind bodenbrütende Vögel, die ihre Nester bevorzugt im hohen Gras von Feuchtwiesen verstecken, wo die Gelege nicht nur vor Räubern geschützt sind, sondern sich auch gleich reichlich Nahrung für den Nachwuchs findet.

Hohenwart der Paar, den vielen Altwässern, Bächen und Feuchtgebieten hat für Wiesenbrüter noch reichlich Lebensraum zu bieten.



Der große Brachvogel

Auffällig für den graubraun gefleckten Vogel ist sein langer, kräftiger und gebogener Schnabel. Diesen nutzt er, um Nahrung vom Boden aufzupicken, aus Erdlöchern und Flachwasser zu entnehmen, oder durch Sondieren im weichen Substrat aufzuspüren.Der Große Brachvogel ernährt sich überwiegend von Kleintieren,und zum Teil auch von Pflanzen. Er frisst bevorzugt Regenwürmer, Asseln, viele Insekten und kleine Mollusken. Offene und feuchte Flächen zählen zu den Brutplätzen des Großen Brachvogels. Er baut sein Nest meist in niedriger Vegetation muldenförmig am Boden. Frühestens Ende März legt er 2 bis 5 bräunliche bis grünliche Eier, die meist dunkler gefleckt sind. Die Bebrütung dauert 27 bis 29 Tage. Mit 5 Wochen ist der Nachwuchs flügge.

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Der Wiesenpieper

Der Wiesenpieper ist mit seinen ca. 14,5 cm fast so groß wie ein Grünfink oder Haussperling . Er gehört zu den Zugvögeln.

Bei den Wiesenpiepern sehen Weibchen und Männchen gleich aus. Sie haben eine helle Brust mit zierlichen dunklen Streifen, eine verschwommene dunkle Rückenstreifung und einen hellen Strich über den Augen. Der Schnabel ist zierlich spitz, der Unterschnabel ist gelblich.Sie bauen ihr Nest auf dem Boden aus Halmen und Gräsern und polstern es dann mit Pflanzenwolle und Haaren aus.Wiesenpieper haben zwei Jahresbruten von April bis Juni. Sie legen 4 bis 6 hellgraue Eier mit bräunlichen Flecken. Das Weibchen brütet ca. 14 Tage lang die Eier aus. In dieser Zeit wird sie vom Männchen mit Nahrung versorgt. Beide Eltern versorgen ca. 14 Tage lang die Jungen im Nest mit Nahrung. Im Alter von 14 Tagen werden die Jungen flügge.Ihr Nahrung besteht aus Insekten, Spinnen, Würmern und kleinen Schnecken.

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Der Fasan

Der Hahn fällt durch sein farbenprächtiges Gefieder und seine deutlich längeren Schwanzfedern auf. Hennen zeigen eine bräunliche Tarnfärbung.Die Körperlänge beträgt bei dem Hahn ca. 90 cm bei einem Gewicht von ca. 1,5 kg. Das Weibchen ist wesentlich kleiner und leichter. Die Lebenserwartung beträgt bis zu 7 Jahren. Er ernährt sich zumeist von pflanzlicher Nahrung wie Sämereien und Beeren, gerne auch von Insekten und anderen Kleintieren.Die Balz der Fasane beginnt im März und dauert einen Monat. Der Fasan hat eine Jahresbrut in der Zeit von Mai bis Juni. Die Hennen legen 10 bis 16 Eier in einer flachen Mulde am Boden die mit Pflanzen ausgekleidet wird. Die Nester sind versteckt im tiefen Gras, zwischen Brennnesseln oder im Unterholz. Die Bebrütung dauert ca. 25 Tage. Die jungen Fasanen-Küken schlüpfen alle an einem Tag und zählen zu den Nestflüchtern.

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Teil 6 Die Knoblauchsrauke

Die Knoblauchsrauke - im Volksmund auch Knoblauchskraut, Lauchkraut, Knoblauchhederich, Läuchel, Lauch ohne Zwiebel, Waldknoblauch oder Sommerknoblauch- genannt, ist unter Liebhabern von Wildkräutern keine Unbekannte. Der knoblauchartige bis leicht pfeffrige Geschmack kann in der Küche vielseitig verwendet werden. Das recht unscheinbare Wildkraut liefert wertvolle Vitamine und Mineralstoffe und dient sogar heute noch mitunter als Heilpflanze.


Merkmale der Knoblauchsrauke:

Die unscheinbare Knoblauchsrauke ist eine meist zweijährige Pflanze (gelegentlich auch mehrjährig), die je nach Standortbedingungen bis zu 110 cm hoch werden kann. Die leicht bräunliche bis weiße Pfahlwurzel ist häufig in der Mitte zwei bis dreifach geteilt.

Die Blätter der Knoblauchsrauke ähneln einer Mischung aus Brennnessel und Gundermann. Sie verfügen jedoch keine schmerzhaften Brennhaare und sind an den Blatträndern meist deutlicher gezackt. Markante Merkmale sind die Einkerbungen am Blattstiel sowie der deutlich nach Knoblauch riechende Duft beim Zerreiben der Blätter. Die Grundblätter sind meist deutlich runder als emporwachsenden Blätter, die meist spitz zulaufend sind. Im Gegensatz zum leicht vierkantigen Stängel sind die Blätter außerdem unbehaart.

Die Blüten der Knoblauchsrauke sind weiß gefärbt und erscheinen meist von Mitte April bis Anfang August. Jede der 5 bis 8 mm großen Blüten besteht aus vier Kelchblättern, vier Kronblättern und sechs gelben Staubblättern. Die Blüten sind nur an der Spitze der Pflanze zu finden und in kleinen Trauben angeordnet.

Zur Fruchtreife bilden sich aus den weißen Blüten bis zu 7 cm lange Schoten aus, die jeweils bis zu acht dunkle nahezu schwarze Samen enthält. Die Samen selbst sind in der Regel nicht größer als 4 Millimeter.

Vorkommen:

Die Knoblauchsrauke ist an schattigen Waldränder, auf feuchten Böden, Hecken, Gärten und in Parks zu finden. Das Lauchkraut zeigt Nährstoff- bzw. Stickstoffreichtum an.


Als Gewürz:

Unter Kräuterfreunden ist die Knoblauchsrauke längst kein Geheimtipp mehr. Genau wie beispielsweise Gundermann, Giersch und Sauerampfer erfreut sich dieses Wildkraut zunehmender Beliebtheit.

Im Mittelalter wurde die Knoblauchsrauke mit ihrem pfeffrig-knoblauchartigen Geschmack vor allem von der ärmeren Bevölkerung genutzt, welche sich die teuren Gewürze nicht leisten konnte. Sie wurde flächendeckend sogar in Gärten angebaut.

Daraus folgten weitere Namen wie Bettelmanns Hafer, Senf des armen Mannes oder nur Sauce da es entweder mit nur Brot, Pökelhering oder gepökelten Schweinefleisch gegessen wurde.

Zum Essen werden die Blätter von April bis Juni gesammelt.

Der scharfe Geschmack der Knoblauchsrauke ist auf ätherische Öle zurückzuführen. Beim Kochen verflüchtigt sich der pfeffrig-knoblauchartige Geschmack. Knoblauchsrauke muss daher Speisen in rohem Zustand beigegeben werden. Die moderne Kräuterküche hat die Knoblauchsrauke wiederentdeckt und mischt die feingehackten Blätter in Salatsoßen, Suppen, Kräuterbutter und Quark- oder Frischkäsemischungen. Darüber hinaus werden die geschmacksintensiven Blüten verwendet, um salzige Sorbets und Salate zu dekorieren. Die schwarzen Samen der Knoblauchsrauke lassen sich ähnlich wie Pfefferkörner verwenden und haben einen sehr scharfen Geschmack.


Volksmedizin:


Die im Mittelalter als Knoblauchskraut bezeichnete Pflanze kam sowohl bei der inneren als auch äußeren Behandlung diverser Beschwerden zum Einsatz.

In der heutigen Zeit wird die Pflanze noch gelegentlich naturheilkundlich verwendet.

Sie wird für Frühjahres-Kuren und zur allgemeinen Entschlackung verwendet. Sie hilft auch bei rheumatischen Beschwerden, bei Gicht und bei Geschwüren. Noch dazu ist sie Wundheilend, schleimlösend und desinfizierend.



 
 
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Teil 7 Der Weißstorch

 Der Weißstorch ist der einzige Großvogel, der sich eng an den Menschen angeschlossen hat. Weißstörche sind etwa 80 bis 100 cm lang und haben eine Flügelspannweite von etwa 200 bis 220 cm. Bis auf die schwarzen Schwungfedern ist das Federkleid rein weiß. Schnabel und Beine sind rötlich. Weißstörche haben ein Gewicht von etwa 2,5 bis 4,5 kg. Landwirtschaftlich genutztes feuchtes Grünland, Teiche, Weiher und extensiv bewirtschaftete landwirtschaftliche Flächen sind der typische Lebensraum der Weißstörche hierzulande. Nur hier finden sie ausreichend Nahrung. Ein ausgewachsener Storch benötigt etwa 500 bis 700 Gramm Nahrung pro Tag; dies entspricht ungefähr 16 Mäusen oder 500 bis 700 Regenwürmern. Muss er außerdem noch eine Storchenfamilie mit zwei Storchenjungen ernähren, so ist er lange unterwegs, um die benötigten Nahrungsmengen zusammenzusuchen: Ein Jungvogel braucht für einen kurzen Zeitraum bis zu 1.600 Gramm Nahrung pro Tag. Das bedeutet, dass der tägliche Nahrungsbedarf einer ganzen Storchenfamilie bei etwa 4.600 Gramm liegt. Umso wichtiger ist es für die Störche, dass sie sich in direkter Umgebung des Nestes auf Nahrungssuche begeben können. Mehrere langsam hinter einer Mähmaschine oder einem pflügenden Traktor her schreitende Störche welche die Bodenoberfläche nach Regenwürmern und Insekten untersuchen sind ein durchaus bekanntes Bild. Ebenso typisch sind jedoch auch die durch Feuchtgebiete watenden Störche auf der Jagd nach Kaulquappen, Fröschen und Kröten. Mäuse jagen sie in Reihermanier, lauernd und auf einem Bein stehend. Auf dem Speiseplan der Weißstörche stehen außerdem Ringelnattern und Eidechsen. Selbst Aas wird nicht verschmäht. Die Stimme des Weißstorchs ist nur schwach ausgeprägt. Er verständigt sich durch Klappern mit dem Schnabel, deshalb wird er auch Klapperstorch[1] genannt. Geklappert wird zur Begrüßung des Partners am Nest und zur Verteidigung gegen Nestkonkurrenten. Auch sein Balzritual geht mit ausgiebigem gemeinsamem Schnabelklappern einher. Konnte man 1934 auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland noch rund 9.000 Weißstorchenpaare zählen, so blieb bei einer Bestandserhebung 1988 gerade noch die traurige Zahl von 2.949 Brutpaaren übrig. Seitdem hat sich der Storchenbestand im Lande wieder erholt. 1994 zählte man bereits wieder 4155 Brutpaare und der Aufschwung setzte sich in den Folgejahren fort. 2017 wurden bundesweit bereits wieder 6.756 Brutpaare gezählt.

Nach europäischen Sagen überbringt der Storch die Säuglinge. Diese Idee geht auf das Märchen „Die Störche“ von Hans Christian Andersen zurück. Im Volksmund überbringen Störche Babys, die sie in Höhlen oder Sümpfen gefunden haben, in einem Korb an die Mütter oder lassen sie durch einen Schornstein fallen. Der Storch hat zu weiteren Sagen, aber auch zu Malereien und Liedern inspiriert:


Meinungen über den Storch aus den verschiedensten europäischen Ländern:

· In Deutschland gilt der Weißstorch als Glücksbringer, und galt als unverletzlich.

· Im Elsass werden die überbrachten Kinder nur abgesetzt, wo der Storch noch Elsässisch reden hört, „wie d’r Schnawwel g’wachse isch“; sonst fliegt er weiter.

· Im Baltikum deutet man den Überflug eines Storches direkt über den Kopf einer jungen Frau als Hinweis auf eine Schwangerschaft.
Der Storch in der Kunst:

Der Storch erscheint auch in einer Reihe von Märchen und Fabeln, beispielsweise in Jean de La Fontaines Der Fuchs und der Storch. Der Fabelname des Storchs lautet „Adebar“. Häufig wird er auch als „Meister Adebar“ angesprochen.
Carl Spitzweg lässt in seinem Gemälde Der Klapperstorch den Weißstorch ein Baby tragen.
Der Storch hat auch die Titelrolle in Wilhelm Hauffs Kunstmärchen Kalif Storch.
Auf den slowenischen Euromünzen zu 1 Cent und den früheren 20-Tolar-Stücken findet sich die Abbildung eines Storches.
Im Animationsfilm Störche sind der Antagonist Hunter, der Protagonist Junior und die meisten seiner Arbeitskollegen Weißstörche, ebenso der erst im Verlauf des Filmes auftauchende Storch Jasper.


 
 
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Teil 8:Der Gundermann

Der Gundermann wächst klein und unauffällig überall in naturbelassenen Gärten und in der freien Natur. Der Name Gundermann oder auch Gundelrebe rührt von der Heilkraft dieses Krautes bei Eiter, denn dieses wurde früher oft “Gund” genannt.

Im Volksmund wurde er als Gundelrebe, Erd-Efeu, Engelskraut, Donnerkraut, Wundrebe, Petersilie der Soldaten bezeichnet.

Der Gundermann ist eine kriechende Pflanze mit 4-kantigen Stängel Die blühenden Stängel sind aufrecht wachsend. Die blau-violetten Blütentriebe sind 10 bis 30 Zentimeter hoch, wachsen aus den Blattachseln und haben ebenfalls einen quadratischen Querschnitt. Die Blätter sind gegenständig, wintergrün, gestielt, und an der Unterseite behaart. Die Krone ist meist 15 bis 22 (6 bis 25) Millimeter lang und von blau-violetter Farbe mit purpurnen Flecken an der Unterlippe; selten ist die Krone rosa oder weiß. Die Frucht ist in 4 gleiche Teile gegliedert, botanisch als Klausen bezeichnet mit dem Beinahmen Kaisersemmel oder da sie, wenn man in den Blütenkelch schaut so aussehen Sternsemmel, wie eine Sternsemmel von oben betrachtet.

Der Gundermann kann mit dem Scharbockskraut, der Nelkenwurz oder der Knoblauchsrauke verwechselt werden. Keine Sorge, alle sind essbar!

Der Gundermann ist ein wundervolles Heilmittel, wenn es um langwierige Krankheiten geht. Er hilft bei schlecht heilenden eitrigen Wunden und auch eitriger Bronchitis, bei Durchfall, Magenkatarrh, Husten, als Gurgelmittel, bei Entzündung der Mundschleimhaut, zur Förderung des Appetits, zum anregen des Stoffwechsels, für Bäder bei Hautkrankheiten und bei nässenden Wunden

Doch nicht nur heilen kann der Gundermann, er ist ebenso ein leckeres Würzkraut, welches vielfältig in der Küche verwendet werden kann. Der Gundermann schmeckt in Salaten, Quarks, Eis, Sirup, in Kräuterbutter, mit Schokolade überzogene Blätter aber auch als Spinat zubereitetes Gemüse. Ein bis zwei ca. 10 cm lange Stängel bei fetten Braten in die Soße geben und das essen wird durch die Bitterstoffe bekömmlicher.

Interessantes zum Gundermann:

Gundermann ist ein wichtiger Bestandsteil der Gründonnerstagssuppe, die aus neunerlei Kräutern am Gründonnerstag zubereitet wurde und in manchen Gegenden noch heute gekocht wird. Ein alter Brauch bei unseren Vorfahren war es, Kränze aus den langen und biegsamen Stengeln des Gundermann zu winden. Die Kränze waren ein Zeichen der Verbundenheit mit der Natur und den Göttern.
Bis zum Reinheitsgebot von 1516 diente er beim Bierbrauen an Stelle von Hopfen als Bittermittel bzw. als Bierwürze. Vor allem in England war er noch bis uns 18. Jahrhundert eine sehr gebräuchliche Zutat. Hopfen wurde erst von den Mönchen als Bierzutat eingeführt und verdrängte dann mit dem Reinheitsgebot alle alten Bierkräuter.

 
 
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Teil 9 : Wildbienen auf dem Windsberg

Am wichtigsten sind bei Wildbienen die zwei Grundbedingungen des Überlebens: Nahrung und Wohnung. Beides ist am Windsberg perfekt vorhanden.

Die Malvenlanghornbiene (Malabi)

Die Malabi ernährt sich ausschließlich von der rosa Malve, was ihre weitere Verbreitung somit bereits sehr eingrenzt. zudem benötigt sie für ihre Nisthöhlen einen lockeren und offenen Sandboden an einem sehr sonnigen Plätzchen. Die Malve blüht von Juni bis Ende August. Ende Juni schlüpfen zuerst die Männchen, einige Tage danach die Weibchen. Gleich nach der Befruchtung beginnt das Weibchen mit dem Brutgeschäft. Es gräbt in lockerem Rohboden eine Röhre und legt ein Ei hinein. Dann sammelt es Pollen und legt diese als sogenannten Pollenkuchen für die Larve neben dem Ei ab und verschließt die Zelle. Schon nach kurzer Zeit schlüpfen aus den Eiern die Larven und fressen den Proviant auf. Ende Juni kriechen die ersten Tiere aus der Nisthöhle und fliegen direkt zu den Malven. Dort fressen und paaren sich, bevor sie ihre Eier ablegen. So gut die Bedingungen in Freinhausen sind, so schlecht sind sie im übrigen Bayern und dem Rest der Republik. Nur an fünf Standorten in Deutschland gibt es diese Bienenart.

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Die Ochsenzungen-Sandbiene (Ozubi)

Noch seltener ist gar die Ochsenzungen-Sandbiene (auch Ozubi) genannt.
Auch diese Wildbiene hat ihren Namen aufgrund ihrer Nahrung, der Ochsenzungenpflanze. Sandbienen nisten endogäisch, also in der Erde und bevorzugen als Nistplatz mehr oder weniger vegetationsarme Stellen auf lehm- löss- oder sandhaltigen Böden, weswegen sie Sandbienen oder gelegentlich auch Erdbienen genannt werden. In der Regel baut und versorgt ein Weibchen sein Nest alleine.

Die Gatttung der Ochsenzungen-Sandbien Biene wurde im Jahr 2017 entdeckt und aufgrund aufwendiger Forschungen konnte festgestellt werden, dass diese Wildbienenart deutschlandweit ausschließlich am Windsberg bei Hohenwart zu Hause ist.


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Die Kuckucksbiene

Vielerorts hört man gerade den Kuckuck, der seine Eier in fremde Nester legt, an vielen Stellen rufen. Auch im Reich der Wildbienen gibt es "Kuckucke". Sie heißen Nomada oder zu deutsch Wespenbienen. So wie das Kuckucksweibchen z. B. das Nest des Hausrotschwanzes belauert, beobachtet die Wespenbiene die Niströhre einer Sandbiene, z. B. der Düsterbiene. Hat sich die Düsterbiene entfernt, um Nektar und Pollen für ihre Brut zu holen, legt die Wespenbiene schnell ein bis drei Eier zu den Eiern der "Wirtsbiene". Da die Wespenbienen-Larven früher schlüpfen als die Larven der Sandbiene, fressen sie den gesammelten Pollenkuchen und oft auch noch Eier und Larven der "Wirtin" auf.

So sorgt die Wespenbiene für ihre Nachkommen, ohne sich der Mühe der Futterbeschaffung zu unterziehen. Blüten befliegt sie nur, um sich mit Nektar, ihrem "Flugbenzin" zu versorgen.

Einige Wespenbienen sind an ihrem schwarz-gelben Kleid zu erkennen. Um sich vor Fressfeinden zu schützen, geben sie sich das Aussehen von Wespen, die andere Tiere gefährlich stechen könnten.

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Teil 10: Der "Pfingstvogel" - Pirol

 Viele Menschen haben den mit seinem gelben Gefieder so auffallenden Pirol noch nie in der freien Natur gesehen. So schwer wie man den etwa amselgroßen Vogel zu sehen bekommt, so deutlich kann man seinen flötenden Didlioh-Ruf hören. Der Pirol oder Oriolus oriolus beschreibt einen Singvogel innerhalb der Sperlingsvögel, der durch sein leuchtendes Gefieder unverkennbar ist. Die Familie der Pirole umfasst weltweit insgesamt 28 Arten, wobei die meisten davon in den Tropen beheimatet sind. Als Zugvogel verbringt er die kalte Jahreszeit in seinen Winterquartieren in Afrika. Zur Brutzeit in Europa hält er sich überwiegend in dichten Wäldern auf, wo er sich in den Kronen hoher Bäume versteckt. Er besiedelt vor allem Auwälder, Misch- und Nadelwälder, ist aber auch in Gehölzen in Gewässernähe anzutreffen.


Der Pirol ist mit seinen 24 Zentimetern Körperlänge etwa so groß wie eine Amsel. Er ist von schlanker Statur und bringt zwischen 40 und 70 Gramm auf die Waage. Das Gefieder der Männchen erscheint in einem leuchtenden Zitronengelb, nur die Flügel und Teile des Schwanzes sind tiefschwarz gefärbt.

Junge Weibchen wirken mit ihrem grünlichen Federkleid deutlich unauffälliger. Mit zunehmendem Alter zeigt sich jedoch auch bei ihnen eine leuchtende Gelbfärbung, was die Unterscheidung von den Männchen erschwert.

 
 
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Die Nahrung des Pirols besteht hauptsächlich aus Insekten, insbesondere aus deren Larven. Zeitweise frisst er auch Früchte wie zum Beispiel Kirschen. Pirole ernähren sich sowohl von pflanzlicher als auch tierischer Kost. An Insekten werden besonders Raupen und Schmetterlinge gefangen. Die pflanzliche Kost besteht vor allem aus zuckerhaltigem, süßem Obst wie Kirschen und verschiedenen Beeren. Nach seiner Ankunft in seinem Brutgebiet Anfang Mai beginnt der Pirol mit dem Bau seines Nestes, das er hoch oben in den Laubdächern der Bäume anlegt Das Nest wird im Kronenbereich wiegenförmig in einer möglichst horizontalen Astgabel aufgehängt.

Die Eier sind hellrosa bis weißlich mit kleinen schwarzen Sprenkeln. Darin brütet der Pirol maximal fünf hellrosa oder cremefarbene, schwarz gesprenkelte Eier aus. Die Jungvögel verbleiben maximal zwanzig Tage im Nest und verlassen dieses, wenn sie noch nicht vollständig flugfähig sind

 
 
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Interessantes:
  • Nach Brehms Thierleben von 1882 wurde der Pirol volkstümlich auch Pfingstvogel genannt. Diesen Namen verdankte er der Gewohnheit, zumeist erst im Mai in Mitteleuropa einzutreffen.
  • ist er Wappentier der Fliegergruppe der Bundespolizei. In Verbindung mit einer pilotenbezogenen Kennnummer ist Pirol auch der Funkrufname des Flugdienstes der Bundespolizei nach dem Luftfahrthandbuch.
  • Der Pirol ist seit Jahrhunderten der Wappenvogel des Adelsgeschlechts von Bülow und wird deshalb auch Vogel Bülow genannt. Der Humorist Vicco von Bülow wählte das französische Wort für den Pirol als Künstlernamen: Loriot.

Teil 11: Die Berberitze

Die Berberitze ist ein sommergrüner, mit Blattdornen bewehrter Strauch der im Volksmund auch unter dem Namen Sauerdorn, Essigbeere, Essigdorn, Dreidorn, Spießdorn, Hasenbrot, Kuckucksbrot oder Zitronenbeere bekannt ist.
Der bis zu 3 Meter hohe Strauch hat lange, spitze Dornen, die meist dreiteilig sind, wie auch der Name Dreidorn schon andeutet. Die süßlich riechenden, hellgelben, habkugeligen Blüten haben 6 Kronblätter, 6 Kelchblätterund 6 Staubblätter die an traubenartigen Blütenständen hängen.
Die graue Rinde der Zitronenbeere hat eine Besonderheit: Schält man sie ab, ist sie innen auffallend leuchtend gelb!
Die Berberitze findet man an Waldränder, Hecken, Gebüschen, lichten Auen auf nähstoffreichen und sommerwarmen Böden.

Mit Ausnahme der Beeren ist die ganze Pflanze giftig, besonders die Wurzel; der Alkaloidgehalt von zirka 15 Prozent ist in der Wurzelrinde am größten. Vergiftungserscheinungen sind: Benommenheit, Schwindel, Übelkeit, Brechreiz, Durchfall, Nasenbluten und Nierenreizungen.

Die Berberitze ist keine klassische Heilpflanze .In der Volksmedizin werden der Verzehr der Beeren und das Trinken des Berberitzensaftes jedoch zur Appetitanregung, bei Fieber, Verstopfung, Erkrankung des Magen-Darm-Traktes, Gelbsucht und chronischen Hauterkrankungen empfohlen.

Die Berberitze ist eine wahre Vitamnibombe und enthält viele gesundheitsfördernde Pflanzenstoffe. So finden sich beispielsweise darinzahlreiche Anthocyane, Carotinoide, Triterpensäusen, Phenolsäuren undFlavonoide, Vitamin C, reichlich Fruchtsäuren, Zucker, Pektin und Mineralien. Diese Stoffe besitzen eine starke antioxidative Wirkung und bieten somit einen präventiven Schutz vor Erkrankungen wie Krebs, Diabetes und Bluthochdruck.

Verwendung in der Küche: ( nur die roten, reifen Beeren!) Mit den Beeren können Saft, Marmelade, Sirup und auch Trockenfrüchte hergestellt werden. Die getrockneten Früchte können für Müsli und Früchtetee, sowie zum Aromatisieren von Essig, Likör und würzigen Chutneys.
Geschichtliches: Aus der Wurzelrinde und dem Holz wurde in früheren Zeiten ein Farbstoff aus dem Alkaloid Berberin gewonnen mit dem man Stoffe und Leder gelb färben konnte. Die Bauern fertigten aus dem festen Holz Spazierstöcke und Rechenzähne an. Aus den Zweigen der Berberitze ist angeblich die Dornenkrone Christi geflochten worden.
Ökologisch wichtig für Vögel und Insekten:
Berberitzen sind im Frühjahr eine gut besuchte Bienen- und Hummelweide. Aber auch Säugetierarten mögen die
sauren Früchte, darunter der Baumschläfer und die Fledermaus.
Der verästelt wachsende Strauch ist aber vor allem ein ideales Brutgehölz und ein sicherer Ort zum Nestbau für die Vögel. Die Früchte lsind im Herbst eine perfekte Nahrung die zahlreichen Vogelarten hilft genügend Vitamine aufzunehmen und Winterspeck ansetzen zu können.



 
 
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Teil 12: Der Graureiher

Der Graureiher ist nach dem Storch der zweitgrößte einheimische Vogel. Seinen Namen hat er von der Farbe seines Gefieders. Graureiher gehören zur Familie der Reiher und damit zur Ordnung der Stelzvögel.

Sie messen von der Schnabel- bis zur Schwanzspitze bis zu 90 Zentimeter und haben eine Flügelspannweite von bis zu 170 Zentimeter.
Trotzdem sind diese großen Vögel ziemlich leicht: Ein ausgewachsener Graureiher bringt nur etwa eineinhalb bis zwei Kilogramm auf die Waage. Das Gefieder auf Stirn und Oberkopf ist weiß, am Hals grauweiß und auf dem Rücken aschgrau mit weißen Bändern. Die drei langen Vorderzehen sind am Stelzenbein weit auseinandergespreizt und verhindern das Einsinken in den weichen Untergrund. Er fliegt mit langsamen Flügelschlägen und bis auf die Schultern zurückgezogenem Kopf, mit s-förmig gekrümmtem Hals. Bei der Jagd im Wasser und an Land pirscht er sich langsam an seine Beute heran oder lauert ihr auf. Dann stößt er blitzschnell mit seinem dolchartigen Pinzettenschnabel zu.

Graureiher sind Lebensraumgeneralisten, die gleichermaßen an Süßgewässern im Landesinneren, an Flussmündungen sowie in Küstenregionen zu Hause sind. Ihre Ansprüche an ihren Lebensraum sind relativ gering. Sie benötigen eine Nähe zu Gewässern mit Flachwasserzonen, verhältnismäßig große Beute und vier bis fünf Monate, in denen die Gewässer nicht zufrieren. Entsprechend findet man sie an Seeufern, Flüssen, Überschwemmungszonen, Schilfgürteln, Sümpfen, Teichen, Stränden, Mangroven und Salzmarschen. Weideflächen, die sich in einiger Entfernung vom nächsten Gewässer befinden, werden gleichfalls genutzt. Solche Habitate findet der Reiher in der Regel im Flachland.

Die Brutzeit des Graureihers erstreckt sich von März bis Juni. Männchen und Weibchen schließen sich zu meist monogamen Paarverbindungen zusammen und brüten ab dem zweiten Lebensjahr. Der Graureiher brütet meist in gewässernahen Gehölzgruppen und sucht auf Äckern und Wiesen sowie in flachen Gewässern nach Nahrung. Das Nest ist ein großer, nicht sehr stabiler Bau aus Reisig in Baumwipfeln. Das Gelege besteht aus vier bis fünf Eiern, der Legeabstand beträgt in der Regel zwei Tage. Die Eier sind stumpfoval, hell blaugrün und ohne Glanz. Die Brutdauer beträgt zwischen 25 und 26 Tagen.

Die Sterblichkeit der Jungreiher ist während der Nestzeit sehr groß. Es wird geschätzt, dass in den ersten sechs Monaten 70 % der Jungtiere sterben. Der älteste nachgewiesene beringte Graureiher erreichte ein Lebensalter von 35 Jahren und einem Monat.

Der Graureiher ist ein sehr aktives Raubtier. Seine Nahrung besteht aus Tierfutter. Jedes kleinere Tier, das seinen Weg kreuzt wird gefressen. Da es in der Nähe von Gewässern lebt, frisst es oft Fische, Mollusken und Krebstiere. Außerdem zählen verschiedene Nagetiere, Eidechsen, Insekten und Schlangen zu seiner Nahrung.

 
 
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Teil 13: Der Feldhase

Beim Feldhasen denkt man an lange Ohren, weiches Fell und große Augen. Kein Wunder das er gerne als Vorlage für den Osterhasen genutzt wird. Leicht bekommt man das scheue Tier leider nicht zu Gesicht. Durch sein Fell verschmilzt mit seiner Umgebung, und kommt man ihm zu nah, flüchtet er schnell in Zickzacksprüngen.

Feldhasen sind Steppenbewohner und Kulturfolger. Bei uns leben sie deshalb in offenen Landschaften, wo sich Äcker, Wiesen und Brachland abwechseln. Je abwechslungsreicher die Landschaft, desto besser geht es dem Feldhasen.

Wegen ihrer vielen Feinde sind Hasen darauf angewiesen, dass sie sich auf Feldern und Wiesen auch verstecken können. Hasen sind meist nachtaktiv. Den Tag verbringen sie gut versteckt in einer flachen Mulde zwischen Ackerfurchen, hohem Gras oder in Hecken. Diese Mulde nennt man "Sasse". Hasen können sehr gut hören und sehen. Wenn sie einen Feind bemerken, dann ducken sie sich tief in ihre Sasse. Erst in allerletzter Sekunde flüchtet der Hase blitzschnell. Dabei kann er 70 Stundenkilometer schnell werden und fast zwei Meter hochspringen. Zwischen Februar und August können Häsinnen bis zu viermal Junge bekommen. Die kleinen Hasen kommen in der Sasse zur Welt und haben von Beginn an ein dichtes Fell und geöffnete Augen. Den größten Teil des Tages verbringen die Jungen allein in der Sasse, denn die Häsin kommt nur zum Säugen vorbei. Wenn sie groß sind, fressen Hasen Gras, Blätter, Gemüse, Obst und im Winter auch Baumrinde.


Unterschiede zwischen Hasen und Kaninchen:

Feldhasen haben ein rotbraunes Fell und lange Ohren mit schwarzen Spitzen. Kaninchen sind grau und haben kurze, etwas rundliche Ohren. Feldhasen sind Einzelgänger und nachtaktiv und leben auf Feldern und Wiesen. Kaninchen leben in Gruppen zusammen und grasen auch tagsüber. Man kann sie auch auf Grünflächen in der Stadt beobachten. Feldhasen graben keinen Bau, sondern ducken sich tagsüber in ihre Sasse. Kaninchen graben Gänge und Höhlen in die Erde, in denen sie sich bei Gefahr verstecken. Bei Gefahr springen und rennen Feldhasen Haken schlagend über die Felder. Kaninchen rennen nur kurze Strecken, um dann in ihrem Bau zu verschwinden.


 
 
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Teil 14: Wasserpflanzen

An den Altwässern der Paar sind noch viele seltene Pflanzenarten zu finden. Anbei einige Beispiele.

Flußgreiskraut

Das Fluss-Greiskraut ist eine krautige Pflanze und gehört zu der Familie der Korbblütler. Sie wächst bis in eine Höhe von bis zu eineinhalb Metern. Die Laubblätter sind lang und unbehaart. Sie sind etwa fünfmal so lang wie breit. An den Rändern der Blätter sind kleine Zähne, die in Richung Blattspitze gebogen sind. Die Blüten sind gelb, haben fünf Blütenblätter und wachsen in Blütenkörbchen mit sieben Blüten.

flussgreiskraut

Froschbiss

Der Europäische Froschbiss ist eine Wasserpflanzenart aus der Familie der Froschbissgewächse. Die Blätter sehen wie winzige Seerosenblätter aus und erinnern an die Schnauzenform eines Frosches. Die Blüten haben einen Durchmesser von etwa eineinhalb bis drei Zentimetern und bestehen aus je drei weißen Kronblättern und einem Hochblatt; die Basis ist gelb.

Froschbiss

Zungen -Hahnenfuss

Der Zungen-Hahnenfuß ist eine Pflanzenart in der Familie der Hahnenfussgewächse. Der Zungen-Hahnenfuß wächst als ausdauernd krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von meist sechzig bis einhundertzwanzig Zentimetern.Die Blüte besteht aus fünf gelben Kronblättern, vielen gelben Staubblättern und vielen grünen Fruchtblättern.

Hahnenfuss

Schmalblättrige Rohrkolben

Der Schmalblättrige Rohrkolben ist eine Sumpf- und Flachwasserpflanze mit schmalen Blättern. Der braune Blütenkolben kann bis zu dreißig cm lang und etwa einen cm dick werden.

Die Pflanze wird maximal zwei m hoch. Sie hat blau-grüne bis gras-grüne, schmale linealisch geformte Blätter, die zwischen drei und zehn mm breit sind und den kolbenförmigen Blütenstand meist überragen. Die Blütezeit fällt in die Monate Juni bis August.

Rohrkolben

Seekanne

Die Europäische Seekanne (Nymphoides peltata) ist eine Wasserpflanze aus der Familie der Fieberkleegewächse.

Die Europäische Seekanne hat achtzig bis einhundertfünfzig cm lange, flutende Stängel, an deren oberem Ende sich wechselständige Laubblätter befinden, die auf der Wasseroberfläche schwimmen. Diese sind kahl und oval bis fast kreisrund, mit einer Länge von sieben bis dreizehn cm mit grün glänzender Oberfläche. Die gelben Blüten sind groß, trichterförmig und tief fünflappig und erscheinen von Juni bis August.

Seekanne

Sumpf Dreizack

Der Sumpf-Dreizack ist eine ausdauernde, sommergrüne, binsenartige Pflanze. Die dünnen, blattlosen und dreikantigen Stängel erreichen eine Wuchshöhe von zehn-fünfzig cm. An den grasartigen Grundblättern befinden sich zweiteilige Blattscheiden.
Bis zu fünfzig gelbgrüne, sechsstrahlige, sternförmige Blüten erscheinen von Juni bis August in einer lockeren Traube und werden vom Wind bestäubt.

sumpf-dreizack

Teil 15: Der Wiesen-Kümmel

Der Wiesenkümmel ( im Volksmund auch auch Gemeiner oder Echter Kümmel,Feldkümmel, Brotkümmel, Kimmich oder Garbe) gehört zur Familie der Doldengewächse und ist eine alte Gewürz- und Heilpflanze, die bereits seit dem frühen Mittelalter bekannt ist.

Sowohl die Früchte als auch das enthaltene ätherische Öl werden wegen ihrer krampflösenden Eigenschaften oft als blähungstreibendes Magen- und Gallenflussförderndes Mittel verordnet. Kümmel wirkt beruhigend auf den Magen, regt den Appetit an und wirkt zudem verdauungsfördernd. Auch als Zusatz bei schwerverdaulicher Speisen, sowie mit äußerlicher Anwendung gegen Hautparasiten wird der Wiesenkümmel heute noch verwendet.

Den Kümmel findet man auf Wiesen, Bahndämmen, Böschungen, Wegrändern und Feldreinen. Er ist zweijährig, was bedeutet, dass im ersten Jahr nur eine Blattrosette aus einer karottenähnlichen Wurzel zu sehen ist.

Erst im zweiten Jahr erscheint ein Haupttrieb mit einer Doldenblüte, von der später die Kümmelfrüchte geerntet werden können. Die Blätter können schon im ersten Jahr verwendet werden.
Achtung…!!!... Verwechslungsgefahr!
Als Doldengewächs besteht die Möglichkeit, daß er mit seinen giftigen Brüdern und Schwestern ( z.B. dem Schierling ) verwechselt werden kann.


wiesen kümmel

Erkennungshilfe:
So unscheinbar wie der Kümmel auf eine Wiese oftmals zu finden ist, so groß und kräftig kann er im Beet oder im Pflanzkübel wachsen. Ein gutes Erkennungs-Merkmal ist das sogenannte Kümmel-Kreuz das so, ein eindeutiges und charakteristisches Merkmal für den Kümmel darstellt

Verwendung:
Der Feldkümmel findet von der einfachen Küche über die Volks- und Schulmedizin und als überliefertes Hausmittel einen sehr geschätzten Verwendungsbereich.
Die Blätter des Kümmels haben einen angenehm milden Geschmack, der mit Petersilie oder Dill verglichen werden kann. Sie können in Suppen und Salaten Verwendung finden.
Die Wurzeln werden wie ein Gemüse gekocht.
Kümmel-Samen eignen sich als Gewürz in schwer verdaulichen Gerichten, z.B. in Kohlgerichten. Der Kümmel eignet sich auch als Gewürz für Kuchen und Brotrezepte, im Gulasch und bei Käse.

Geschichtliches:
Die Spaltfrüchte des Kümmels wurden in Ausgrabungen von Pfahlbauten gefunden, die auf 3000 v. Chr. zurückdatiert wurden. Er gehört zu den ältesten Gewürzen, die in unseren Kulturkreis verwendet werden. Die moderne Wissenschaft bestätigt, was die Alten instinktiv über den Gesundheitswert der Pflanze wussten. Die Gesundheit kommt aus dem Darm und gerade hier beginnt der Kümmel seine heilkräftige Wirkung zu entfalten.
Das Elsässische Arzneibuch aus dem 15. Jahrhundert legt die Pflanze vor allem denjenigen ans Herz, die dazu neigen, schnell dick zu werden. Hier wird auch ein Arzt zitiert, der die heilsamen Kräfte des Kümmels so hoch schätzte, dass er annahm, ohne seine Anwendung würde man an Seuchen und Fieber erkranken.Spaltfrucht.

 
 
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Teil 16: Der Biber

 Er ist das größte Nagetier Deutschlands und mit seinem Körper perfekt an den Lebensraum Wasser angepasst, obwohl es nur ein paar Stunden täglich dort verbringt. Der 90 bis 120 cm große und zwischen 18 und 32 kg schwere Biber kann bis zu zwölf Jahre alt werden. Der Nager hat ein unglaublich dichtes Fell. Bis zu 23.000 feine Haare wachsen auf einem Quadratzentimeter seiner Haut. Bei einem Menschen sind es gerade mal 600. Das Fell schützt den Biber vor kaltem Wasser.
Biber haben gelbe oder orangefarbene Zähne, weil ihr Futter, also die Bäume und deren Rinde, viel Eisen enthalten. Das färbt den Zahnschmelz orange und macht ihn außerdem sehr hart - was für den Biber sehr wichtig ist. Der Biber besitzt je zwei Schneidezähne im Ober- und Unterkiefer, die bis zu dreieinhalb Zentimeter lang sind und nie aufhören zu wachsen.
Die Biber-Kelle - der breit abgeflachte, beschuppte Schwanz- ist ein wahres Multifunktionsorgan: Sie dient als Steuer und Ruder beim Schwimmen, als Kommunikationsmittel bei Gefahr (indem mit ihr auf die Wasseroberfläche geklatscht wird), als Fettspeicher im Winter, als Stütze beim Sitzen und zur Abkühlung an heißen Tagen, indem sie ins kalte Wasser gehalten wird.
Biber sind gesellige Tiere und leben in größeren Familienverbänden. Biber bleiben ihr Leben lang bei ihrem Partner. Für gewöhnlich pflanzen sich die Biber zwischen Januar und April fort - und zwar unter Wasser Sie haben in der Regel etwa zwei bis drei Junge, die nach etwa 100 Tagen geboren werden und bis zu zwei Jahre bei ihren Eltern bleiben. Danach gehen sie ihre eigenen Wege. Sie leben stets am und im Wasser, in den Uferbereichen von stehenden und fließenden Gewässern. Biber sind beeindruckende Baumeister. Sie legen eine so genannte Burg mit Biberröhren an.
Diese haben alle unterschiedlichen Aufgaben. Es gibt Fressröhren, Fluchtröhren und Spielröhren. Die Biberburg ist für den Nager das Wohnzimmer, der Kühlschrank und ein heimeliges Schlafplätzchen. Daher liegt der Eingang immer UNTER Wasser. Und damit das auch so bleibt, baut er einen Staudamm, der den Wasserpegel immer auf demselben Stand hält. Er baut jedoch nicht immer Staudämme. Wenn ihm der Wasserstand gefällt, so wie er ist, verzichtet er darauf. Für ihre Dämme und Burgen fällen sie bis zu 1 m dicke Baumstämme. Sie nagen sie am unteren Ende sanduhrförmig ab, indem sie ihre Vorderzähne fest in das Holz schlagen und dann mit dem Unterkiefer hobeln. Am Ende ist der Baum in der Mitte so dünn wie ein Zahnstocher und fällt krachend zur Seite.



 
 
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Teil 17 Das indische Springkraut

Das Indisches Springkraut oder auch Drüsiges Springkraut ist ein Balsaminengewächs und stammt aus dem Himalaja. Es kam vor ca. 150 Jahren als Zierpflanze nach Europa.
Damit gehört es zu den sogenannten „Neophyten“. Das sind Pflanzenarten, die als „Neubürger“ nach 1492 zu uns gelangt sind und sich heimisch eingerichtet haben. Zunächst verbreitete es sich eher langsam, in den letzten 10 Jahren nahmen die Bestände jedoch stark zu. Auch Imker, die es als Bienenweide angepflanzt haben, trugen und tragen zur Verbreitung bei. Das Springkraut ist eine beliebte Insektenweide, besonders Bienen und Hummeln finden selbst im späten Herbst, wo es im Wald von den ansässigen Pflanzen so gut wie nichts mehr zum holen gibt, noch Nahrung.

Mittlerweile gehört das Springkraut entlang von Ufersäumen sowie an feuchten Stellen in Auen und Wäldern zum gewohnten Anblick.
Nach einer Zeit von 5 – 8 Jahren wird das Springkraut immer kleiner und kleiner, da sie die für sich benötigten Nähstoffe aufgebraucht hat und dann weiter wandert. Die Pflanze ist einjährig, bis zu 200 cm hoch und mit wenig verzweigten, bis zu 5 cm dicken Stängeln.
Die Blätter sind gegenständig und bis zu 25 cm lang. Die bis zu 4 cm langen Blüten erscheinen von Juni bis Oktober in den Farben weiß, rosa oder purpurrot.
Charakteristisch ist der abwärts gerichtete Blütensporn. Die Früchte befinden sich in Kapseln, die bei Berührung aufspringen. Durch einen Schleudermechanismus, der schon durch Regentropfen ausgelöst werden kann, schleudern die Früchte ihre Samen bis zu sieben Meter weit weg (Saftdruckstreuer). Eine Pflanze produziert bis zu 4.000 Samen, deren Keimfähigkeit mehrere Jahre erhalten bleibt.

In der Natur-Heilkunde vewendet Edward Bach das Springkraut bei seiner Bachblüten -Therapie, ansonsten hat die Pflanze keinen besonderen Stellenwert in der Volksmedizin. Alle Arten der Springkrautpflanzen sind in frischem Zustand leicht giftig. Die Blüten können als essbare Dekoration, zum einfärben von Essig oder Wiesenlimonade, bis hin zur Verarbeitung als Gelee Verwendung finden. Die Samen sind ölhaltig und schmecken nussig; sie sind roh und gekocht genießbar. Sie können über Salat, Müsli, Jogurt usw. gestreut werden. Zudem kann aus ihnen ein sehr nahrhaftes und wohlschmeckendes Öl gepresst werden.



 
 
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Teil 18 Der Fuchs

Der Rotfuchs ist der in Mitteleuropa weitverbreitetste Wildhund. Füchse sind Raubtiere. Ein weiblicher Fuchs wird „Fähe“ genannt, das männliche Tier „Rüde“, die Jungfüchse „Welpen“. In der Fabel wird der Fuchs auch „Reineke“ genannt. Eine Gruppe von Füchsen nennt man „Rudel“.
Füchse werden 60 bis 90 Zentimeter lang, etwa 40 Zentimeter hoch und wiegen rund sieben Kilogramm. Typisch für sie ist der dicke, buschige und sehr lange Schwanz. Er misst bis zu 40 Zentimeter, ist also halb so lang wie der ganze Fuchs.
Das dichte Fell ist rotbraun, Wangen, Bauch und die Innenseiten der Beine sind weiß. Die Schwanzspitze ist weiß oder dunkel gefärbt. Unverkennbar ist das Gesicht der Füchse mit den aufmerksam hoch aufgerichteten Ohren, der langen spitzen Schnauze, der schwarzen Nase und den Augen mit den elliptischen Pupillen.
Nach der Paarungszeit bringt die Fähe im Frühjahr etwa fünf grauhaarige und sehr kleine Welpen zur Welt. Fuchswelpen können nach ihrer Geburt weder sehen, hören noch laufen. Deshalb muss ihre Mutter sie gut beschützen, während die Väter jagen, um ihre Familie zu ernähren. Nach der Geburt wiegen die Jungtiere meist nur zwischen 80 und 130 Gramm.
Wenn die kleinen Füchse nach einem Monat den Bau verlassen, um die Welt zu erkunden, tragen sie schon das typisch rotbraune Fell. Nach weiteren vier Monaten sind die Jungsfüchse dann schließlich selbstständig.
Füchse sind sie sehr sportlich: Sie können bis zu fünf Meter weit und zwei Meter hochspringen und bis zu 50 Kilometer pro Stunde schnell laufen. Außerdem können sie sich auch noch in den engsten Höhlen und im kleinsten Erdloch verstecken
Eine Fuchswohnung heißt „Bau“. Mit zumeist mehreren Ausgängen, wie beispielsweise einem Loch im Boden unter Gartenlauben oder Ähnlichem, bietet der Bau ideale Fluchtmöglichkeiten.
Füchse essen beinahe alles – von Beeren über Würmer, Spinnen und Kleintiere, wie Mäuse und Vögel, bis hin zu Aas. In Stadtnähe ernähren sich Füchse auch von leicht zugänglichen Müllresten. Für den Winter vergraben die Tiere Futterreste in Erdlöchern, von denen sie sich in Notzeiten ernähren.


 
 
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Teil 19 Das Wildschwein

Das Wildschwein ist als Paarhufer ein naher Verwandter und die Stammform des domestizierten Hausschweines.
Wildschweine gehören zu den größten Tieren, die in Mitteleuropa noch in freier Wildbahn vorkommen. Zu sehen sind sie aber selten, da sie sich gut im Unterholz verstecken.
Wildschweine haben einen keilförmigen Kopf; die Schnauze selbst ist stumpf und endet in einem Rüssel. Die Augen und Ohren sind recht klein.
Das Fell ist im Winter braun-schwarz und im Sommer heller gefärbt.
Das Wildschwein ist bis 180 cm lang, die Schulterhöhe bis 100 cm, das Gewicht erreicht bis zu 200 Kilogramm
Die Männchen, die Keiler genannt werden, sind leicht an ihren langen Zähnen zu erkennen: Die Eckzähne ragen oben und unten aus dem Mund des Keilers. Sie sind haarscharfe Waffen, die bei der Verteidigung oder während der Rangkämpfe in der Paarungszeit eingesetzt werden. Durch das ständige aneinander Schleifen der oberen und unteren Eckzähne sind sie messerscharf.
Auch die Weibchen - die so genannten Bachen - haben Eckzähne; diese Zähne sind aber kürzer als bei den Männchen.
Zwei Dinge sind dem Wildschwein ganz besonders wichtig: Es muss sich verstecken können und es liebt das Wasser. Ansonsten passen sich Wildschweine leicht an ihre Umgebung an.
Wildschweine sind Allesfresser. Das Durchwühlen des Bodens bei der Nahrungssuche führt zu einer Erhöhung der Artenvielfalt und Keimfähigkeit der Pflanzen.
Wildschweine leben in Mutterfamilien zusammen. Einzelgängerisch leben insbesondere männliche Tiere. In einer Rotte mit Leitbache leben 6 – 30 Tiere. Paarungszeit ist im November bis Januar. Nach einer 115 Tage langen Trächtigkeitsdauer gebiert eine Bache in der Zeit von März bis Mai vier bis sechs Frischlinge. Jungtiere werden in Nester aus Blättern geboren. Die Frischlinge kommen sehend und behaart zur Welt. Die Mutter kümmert sich um die Aufzucht.
Frischlinge haben ein hellgelbbraunes Fell mit gelblichen Streifen, die zur Tarnung dienen. Die Streifen verschwinden ab dem vierten Monat.
Nach einem Jahr sehen sie wie die Erwachsenen aus. Nach 7 Monaten sind die Jungtiere nicht mehr auf die Mutter angewiesen. Eine Bindung zur Mutter kann aber bis zu 18 Monaten dauern.

 
 
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Teil 20 Die Brennessel

Brennnesseln kennt jedes Kind, auch wenn es mit ihnen erst einmal schlechte Erfahrungen verbindet. Denn die Pflanze lässt sich ungerne berühren. Wer es doch wagt, bei dem hinterlassen die feinen Brennhaare mindestens ein unangenehmes Gefühl auf der Haut. Wer Pech hat, trägt schmerzende Quaddeln davon. Gut so, denn die Pflanze schützt sich so vor Fressfeinden.
Die Brennnessel ist vermutlich eine der am vielseitigsten verwendeten Wildkräuter und eine der ältesten Heilpflanzen überhaupt. Ihre Inhaltsstoffe werden medizinisch immer noch verwendet und sind darüber hinaus in zahlreichen Shampoos, Haarwässern und Haarwuchsmitteln zu finden.
Bei einer Berührung der Pflanze kommt es zu einem brennenden Schmerz.Die Spitzen der Brennhaare brechen dabei ab, und dringen - wie die Kanüle einer Spritze- in die Haut ein. Dabei entleeren sie ihre Brennflüssigkeit. Diese besteht aus Histamin, Acetylcholin, Ameisensäure und einem noch nicht genau identifizierten Giftstoff.
Gegen den brennenden Schmerz helfen Seifenwasser oder aus der Natur Spitz-, Breit- und Mittelwegeriche.
Die Brennnessel kann aus einem ausdauernden, kriechenden Wurzelstock einer bis zu einer 2 Meter hohen Staude heranwachsen. Neben den Brennhaaren sind als weiteres charakteristisches Merkmal der vierkantige Stängel und die eiförmig, länglich zulaufenden Blätter, (gesägter Rand mit einem langen Endzahn- gegenständig am Stiel stehend) zu erwähnen. Die grünlich leicht hängenden Blütenrispen wachsen aus den Blattachseln im oberen Drittel der Pflanze. Die Brennnessel ist, zweihäusig. Das Bedeutet, es gibt rein weibliche und rein männliche Pflanzen.
Neben dieser schmerzhaften Eigenschaft hat die Brennnessel allerdings auch viele positive. Sie ist eine wahre Vitaminbombe und schon seit Jahrtausenden als Heil- und Kulturpflanze bekannt. Ihr Vitamingehalt ist 10-mal höher als der eines Kopfsalates, sie enthält Karotinoide, Kalium, Kalzium, Eisen und Chlorophyll. Dieser hohe Nährstoff- und Vitamingehalt machen die Brennnessel zu einem wahren Wundermittel. Auch die Samen sind essbar.
Mit den jungen Brennnesseln kann man ein spinatartiges Essen oder eine Suppe zubereiten. Ein Saft gegen die Frühjahrsmüdigkeit pressen, die Blätter in Öl braten, geröstete Samen in Honig einlegen, einen Tee aufsetzen, ein schmackhaftes Wiesen-Limo herstellen, ein Pesto zubereiten, Kuchen und Plätzchen backen, sowie Tinkturen und Salben anfertigen.
Die Gartenfreunde können zudem einen mit Wasser angesetzten Brennnessel-Auszug ansetzen. Diese wohl bekannte und vermutlich legendäre Brennnesseljauche ist als Dünger oder zur natürlichen Schädlingsbekämpfung eine große Hilfe bei der Gartenarbeit.
Doch nicht nur wir Menschen können den Brennnesseln viel Gutes abgewinnen. auch Insekten und Vögel fliegen total auf sie. Die Brennnessel ist Raupenfutterpflanze für mehr als dreißig heimische Falterarten, darunter Admiral, kleiner Fuchs, Landkärtchen und Tagpfauenauge. Diese Schmetterlinge würde es ohne die Brennnessel nicht mehr geben da ihre Raupen diese als Futterpflanze benötigt. Es lohnt sich also in jedem Fall, eine Brennnesselecke im Garten zu belassen - als Superfood-Quelle und Insektenbuffet.

 
 
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Teil 21 Heimische Schlangen

1. Kreuzotter (Vipera berus)

Kreuzottern haben ein typisches X- oder V-förmiges Abzeichen auf dem Kopf, ein Zickzackband auf dem Rücken sowie Längsstreifen an den Kopfseiten. Sehr variabel hingegen ist die Grundfarbe der Tiere: Sie reicht von fast weiß bis grau, von gelb bis braun oder von rot bis kupferfarben. Manche Tiere sind auch komplett schwarz. Auch an ihrem eher gedrungenen Körperbau, ihrem kurzen Schwanz, dem deutlich abgesetzten Kopf und den senkrechten Pupillen sind Kreuzottern zu erkennen. Ausgewachsene Tiere sind 50 bis 80 Zentimeter lang und bis zu 200 Gramm schwer.


Kreuzotter

2. Ringelnatter (Natrix natrix)

Ringelnattern erkennt man sicher an den weißlichen bis gelben halbmondförmigen Flecken am Hinterkopf. Ansonsten sind sie am Rücken grau bis bräunlich gefärbt und haben kleine schwarze Flecken, ihr Bauch ist sehr hell mit schwarzen Flecken. Gelegentlich kommen auch schwarze Tiere vor. Es sind lange und schlanke Tiere, Männchen werden bis 100 Zentimeter, Weibchen bis 150 Zentimeterlang und bis zu 600 Gramm schwer. Ihre Augen haben eine runde Pupille. Ringelnattern leben meist in der Nähe von Gewässern und ernähren sich überwiegend von Kröten und Fröschen.

Ringelnatter


3. Äskulapnatter (Elaphe longissima)

Äskulapnattern sind am Rücken gelblich-braun, oliv, graubraun bis grauschwarz, am Bauch weißlich-gelb bis gelb gefärbt. Die Schuppen auf Rücken und Seite sind glatt und glänzend, viele auch weiß umrandet. Erwachsene Äskulapnattern haben am Kopf normalerweise keine Musterung, Jungtiere hingegen sehen Ringelnattern zum Verwechseln ähnlich: Sie haben deren typischen hellgelben Nackenflecken. Doch anders als Ringelnattern bevorzugen Äskulapnattern warme und trockene Biotope. Außerdem kommen sie in Bayern nur an wenigen Orten vor: in den warmen, trockenen Donauhängen bei Passau mit dem angrenzenden Inntal, an der Salzach sowie im Berchtesgadener Becken. Die Äskulapnatter ist die mit Abstand größte einheimische Schlange, sie kann über zwei Meter lang werden und über 500 Gramm schwer. Ihre Augen haben eine runde Pupille. Da ihre Bauchschuppen gekielt sind, können sie gut auf Bäume klettern.



Aeskulap


4. Schlingnatter (Coronella austriaca)

Schlingnattern haben an den Seiten des Kopfes je einen dunkelbraunen Streifen, der vom Nasenloch über das Auge bis zum Mundwinkel verläuft. Typisch ist auch die herz- oder balkenförmige Zeichnung auf dem Kopf. Ihr Körper ist grau, braun bis rötlich gefärbt und hat dunkelbraune Flecken auf dem Rücken, aber kein durchgehendes Zickzackmuster. Ihr Bauch ist braun bis grau. Die zierlichen, schlanken Schlangen werden bis 70 Zentimeter lang und 100 Gramm schwer. Ihre Augen haben runde Pupillen. Bei der Jagd umschlingen sie Beutetiere (z.B. Eidechsen) und ersticken sie.



Schlingnatter



5. Blindschleiche (Anguis fragilis) - keine Schlange!


Blindschleichen sind keine Schlangen sondern langgestreckte Echsen. Blindschleichen sind mit den Eidechsen verwandt, ihre Beine haben sich im Laufe der Evolution aber zurückgebildet. Man erkennt sie an ihren Augen und Ohren: Sie besitzen bewegliche Augenlider und äußere Gehöröffnungen. Blind sind sie übrigens nicht. Ihren Namen verdanken sie dem "blendenden" Glänzen ihrer glatten Haut. Die Tiere können bis zu 50 Zentimeter lang werden. Sie haben winzige Zähnchen und jagen insbesondere Nacktschnecken, Regenwürmer und Raupen. Wie die Eidechsen werfen Blindschleichen bei Gefahr ihren Schwanz ab, er wächst aber nur langsam nach. Daher sollte man sie auch nicht anfassen.




Blindschleiche

Teil 22 Der Acker-Schachtelhalm

Der Acker-Schachtelhalm auch Zinnkraut,Katzenwedel, Schaftheu, Pfannenputzer, Brachwurz, Fegekraut oder Scheuerkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Klasse der Schachtelhalme.
Schon im zeitigen Frühjahr treibt der Ackerschachtelhalm aus einem verzweigt waagerecht im Boden liegenden Wurzelstock aus. Braune Sporentriebe mit einer endständigen Sporenähre ragen dann aus der Erde. Aus der Pflanze entwickeln sich ca. 20-30 cm hohe Stengel. Diese grünen Triebe sind auch ein Erkennungsmerkmal gegenüber anderen giftigen Schachtelhalmarten.

Vorkommen:

Er ist auf der gesamten Nordhalbkugel beheimatet und wächst auf Feldern, Äckern, Wegränder, Dämmen und ist auch in Gärten zu finden.Der Ackerschachtelhalm wird überirdisch 30 bis 100 cm hoch und treibt zähe Wurzeln, die weit verzweigend unter der Erdoberfläche tief in den Boden wachsen. Er gedeiht gut auf feuchten Lehmboden und an Standorten mit Sonne bis Halbschatten.

Verwechslung:

Der Acker-Schachtelhalm kann mit seinen nahen Verwandten (Riesenschachtelhalm, den Wald-Schachtelhalm, den Sumpf-Schachtelhalm, den Bunten Schachtelhalm oder auch den Winterschachtelhalm) sehr leicht verwechselt werden.

Namensgebung:
Die Schachtelhalme verdanken ihren Namen den einzelnen Stängelgliedern, die sich nach dem Auseinandernehmen wieder ineinander schachteln lassen.

Sammeln:
Zur arzneilichen Verwendung kann das grüne Kraut in der Zeit von Mai bis Oktober gesammelt werden.

Inhaltsstoffe:
Im Acker-Schachtelhalm ist Kieselsäure enthalten. Zudem sind Gerbstoffe, Kaliumsalze, Magnesium, Natrium, Flavonoide, Mineralien, und Spurenelemente enthalten.

Anwendungsbereiche:
Als Heilmittel regt die Kieselsäure den Stoffwechsel an.Der Ackerschachtelhalm wird zur Behandlung von Störungen bei der Wundheilung und gegen Rheuma und Gicht verwendet.
Einen Tee aus der Pflanze setzt man vor allem zur Durchspülung bei Erkrankungen der Nieren und Harnwege ein. Ein Bad mit Schachtelhalm ist ein altes Hausmittel und wird gerne zur Linderung bei schlecht heilenden Wunden, Ekzemen und Schorf angewendet. Aber auch zur Stärkung der Blasen- und der Nierenfunktion werden Bäder genutzt.

 
 
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2) HEIMISCHE VOGELARTEN


Der Wiedehopf

Er ist eine ganz besondere Schönheit. Viele meinen ihn zu kennen, obwohl er in der freien Natur nur selten zu sehen ist. Zu seiner Bekanntheit hat wohl auch das Lied „Die Vogelhochzeit“ beigetragen. Als Zugvogel ist er in Deutschland nur in der Zeit von Mitte März bis maximal Mitte August anzutreffen.

Mit dem prächtigen Kopfschmuck und dem kontrastreichen Gefieder wirkt der Wiedehopf wie ein exotischer Vogel.

Sowohl Männchen als auch Weibchen haben hell orangebräunliches Gefieder und können bis zu 28 cm groß werden. Flügel und Schwanz sind schwarz-weiß quer gebändert.
Auf dem Kopf hat der Wiedehopf eine lange, mit schwarzen Spitzen versehene Federhaube.
Diese Haube kann aufgerichtet und aufgefächert werden und macht den Wiedehopf unverwechselbar. Wiedehopfe fliegen träge und wellenförmig und bewegen ihre Flügel dabei langsam und schmetterlingsartig.

Als Bodenjäger bevorzugt dieser Vogel Wiesen, Weiden und Brachland mit kurzer und spärlicher Pflanzendecke als Jagdrevier. Bei der Nahrungssuche bewegt er sich in der niedrigen Vegetation meist dicht über dem Boden und möglichst zwischen Baumstämmen hindurch, statt über Bäume hinweg. Er stellt hohe Ansprüche an seinen Lebensraum: Der Wiedehopf kann als Nahrungsspezialist betrachtet werden. Sein langgebogener Pinzettenschnabel ist bestens geeignet, im lockeren Untergrund verborgene Großinsekten beziehungsweise deren Larven aufzustöbern und zu packen. Zur bevorzugten Beute gehören Engerlinge, Maulwurfsgrillen und Heuschrecken. Aber auch Asseln, Tausendfüßler, Frösche und kleinere Wirbeltiere, wie junge Eidechsen, stehen auf seinem Speiseplan. Auch Vogelgelege und Nestlinge werden manchmal gefressen.

Der Wiedehopf gehört zu den Höhlen- und Halbhöhlenbrütern. Die Nester befinden sich in Baum- und Spechthöhlen, Astlöchern, in alten Schuppen untern dem Dach (Gebäudebrüter) und in Nisthilfen, können sich aber genauso gut in Steinhaufen oder Mauerritzen befinden.

Ende April bis Anfang Mai legt das Weibchen zwischen 5 und 10 auffallend längselliptische und auf bläulichem oder grünlichem Grund verschiedenfarbig gepunktete Eier. Diese werden etwa zwei bis drei Wochen lang bebrütet. Die Jungenaufzucht dauert dann noch einmal gut vier Wochen. Während der gesamten Brutzeit sowie mindestens der ersten zehn Tage der Nestlingszeit werden das Weibchen und später auch die Jungen nur vom Männchen mit Nahrung versorgt.
Vor allem die Weibchen, aber auch die Jungvögel produzieren in ihrer Bürzeldrüse ein übel riechendes Sekret, das bei Gefahr verstärkt ausgeschieden wird. Deshalb entweicht aus den Bruthöhlen immer ein strenger Geruch. Nach dem Verlassen der Bruthöhle werden die flüggen Jungvögel noch etwa fünf Tage von den Eltern gefüttert, ehe sie dann das Elternrevier verlassen.

 
 
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Die Elster

Elstern sind Rabenvögel und leicht an ihrem charakteristischen, schwarz-weißem Gefieder zu erkennen, wobei die die Schwanz- und Schwungfedern blau, grün oder lila sind und ganz faszinierend metallisch schimmern. Der 44 bis 46 cm große Vogel kann bis zu 32 kmh schnell fliegen.

Im Zeitraum von April bis Juli brütet die Elster ihre Eier aus.
Dazu baut sie ein großes, überdachtes Reisignest mit seitlichem Eingang, das in der Regel hoch in Bäumen, Büschen und in hohen Hecken angebracht ist. Elsternpaare bleiben sie ein Leben lang zusammen.
Die Elster ist ein typischer Allesfresser, bei ihr kommt sowohl Pflanzliches als auch Tierisches "auf den Tisch". Zu ihrer pflanzlichen Nahrung zählen Früchte, Samen und Pilze, zur tierischen Ernährung Insekten, Larven, Würmer, kleine Wirbeltiere, ja sogar Aas. Sie ist außerdem dafür bekannt, die Nester anderer Vögel zu plündern, also deren Eier oder sogar die Jungen zu verspeisen.

Was sonst nur Menschenaffen und Delfine können, schaffen auch die Elstern: Sie können sich im Spiegel erkennen.

Elstern haben eine Vorliebe für alles was glänzt. Nicht selten tragen sie Gegenstände wie Münzen oder Alufolie davon. Diese bringen sie aber nicht in ihre Nester, sondern in Verstecke. Aus diesem Grund wird die Elster auch als diebisch bezeichnet.

 
 
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Der Buntspecht

Buntspechte finden man in Laub- und Nadelwäldern, aber genauso gut in Parks und Gärten - also überall dort, wo es Bäume gibt. Je mehr altes oder totes Holz es in einem Gebiet gibt, umso lieber siedeln sich dort Buntspechte an.

Buntspechte sind tagaktive Vögel, die nicht nur an ihrer auffälligen Färbung leicht zu erkennen sind. Sie messen vom Schnabel bis zur Schwanzspitze maximal 25 Zentimeter und wiegen 74 bis 95 Gramm. Weil ihr Gefieder ganz auffällig schwarz-weiß-rot gefärbt ist, sind sie wirklich kinderleicht zu erkennen: Auf der Oberseite sind sie schwarz mit zwei großen weißen Flecken auf den Flügeln, der Bauch ist gelblich grau. Rechts und links des Schwanzansatzes befindet sich je großer roter Fleck. Die Männchen haben zusätzlich einen roten Fleck im Genick. Der Kopf ist an den Seiten weiß mit schwarzen Bartstreifen. Jungvögel haben eine rote Kopfoberseite. Typisch für Spechte sind auch die spitzen, gebogenen Krallen an den Füßen, mit denen sie gut an Baumstämmen klettern können. Zwei Zehenzeigen nach vorne, zwei nach hinten. So können sich die Vögel an Ästen und Baumstämmen gut festhalten. Buntspechte haben noch eine Besonderheit: Sie besitzen eine ungewöhnlich dicke Haut. So sind sie vor den Stichen der Insekten – ihrer liebsten Beute – gut geschützt.

Auch ihre Haltung ist typisch: Meist sieht man sie aufrecht an Ästen sitzen oder geschickt an Stämmen empor laufen. Wenn sie nach unten wollen, laufen sie niemals mit dem Kopf voran, sondern klettern rückwärts hinunter.

Der Schnabel der Buntspechte ist ein vielseitiges Werkszeug: Er dient zum Aushöhlen einer Nisthöhle, zum Hacken in Ästen und zum Bohren nach Nahrung in der Baumrinde. Um Larven und Insekten aus dem Holz zuziehen, benutzen sie ihren Schnabel wie eine Pinzette. Und natürlich dient der Schnabel zum Trommeln, Klopfen und Hämmern

Buntspechte sind Allesfresser. Von Frühjahr bis Herbst ernähren sie sich von Insekten und deren Larven. Diese holen sie mit ihrem Schnabel unter der Baumrinde hervor. Sie mögen auch Früchte oder hacken Löcher in die Baumrinde, um Baumsäfte zu trinken. Im Winter, wenn es nur wenige Insekten gibt, fressen Buntspechte Samen, Nüsse und Beeren. Samen aus Zapfen und Nüsse müssen sie vor dem Fressen mit dem Schnabel knacken: Sie halten Nüsse und Zapfen aber nicht mit dem Fuß fest, sondern klemmen sie in Spalten oder in selbst gehackten Löcher in Ästen und Stämmen ein. Solche Spalten und Löcher nennt man dann Spechtschmieden.

Rufe wird man von Buntspechten kaum hören. Dafür ist das Trommeln der Buntspechte unverkennbar. Meist folgen 10 bis 20 Schläge blitzschnell aufeinander. Ab Dezember, wenn die Balzzeit beginnt, trommeln Buntspechtmännchen länger und häufiger als sonst. Dieses Trommeln dient ihnen nun dazu, ihr Revier abzugrenzen und Weibchen anzulocken. Auch Buntspechtweibchen trommeln und machen so die Männchen auf sich aufmerksam. Wenn Buntspecht-Männchen bei der Balz sich um ein Weibchen streiten, reißen sie den Schnabel weit auf und stellen die Kopffedern auf. Hat ein Männchen ein Weibchen erobert, bleiben die beiden für eine Brutsaison zusammen. Sie zimmern - meist gemeinsam - mit dem Schnabel eine 30 bis 50 Zentimeter tiefe Bruthöhle. Nach der Paarung legt das Weibchen vier bis sieben weiße Eier. Diese bebrüten Männchen und Weibchen abwechselnd elf bis zu 13 Tage lang. Die Jungen werden von beiden Eltern drei bis vier Wochen gefüttert, bis sie flügge und selbstständig sind. Mit einem Jahr werden sie geschlechtsreif.


 
 
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