Tiere und Pflanzen im Paartal

15.05.2020

Spezifische Arten in unserer Region


Teil 1 Der Eisvogel:

Der Eisvogel war 1973 und 2009 Vogel des Jahres in Deutschland.
Er besiedelt weite Teile Europas, Asiens sowie das westliche Nordafrika und lebt an mäßig schnell fließenden oder stehenden, klaren Gewässern mit Kleinfischbestand und Sitzwarten.
Sie nisten in sterilen sandigen Uferwällen und graben sogar ein Nest mit einem Zugangs-Tunnel in den Sand!
Eisvögel brüten durchschnittlich zwei- bis dreimal im Jahr.
Es sind Race- Vögel. Sie können bis zu 80 km/h fliegen.
Ihre Nahrung setzt sich aus Fischen, Wasserinsekten , Kleinkrebsen und Kaulquappen zusammen.
Der Eisvogel hat wie alle Vertreter seiner Gattung einen kurzen und gedrungenen Körper mit kurzen Beinen, kurzen Schwanzfedern und breiten Flügeln. Der große Kopf mit dem etwa 4 cm langen, spitzen Schnabel sitzt auf einem kurzen Hals. Die Oberseite wirkt je nach Lichteinfall kobaltblau bis türkisfarben; auf dem Rücken befindet sich ein leuchtend blauer Streifen, der besonders beim Abflug auffällt. Eisvögel haben eine Körperlänge von etwa 16 bis 18 cm und wiegen 35 bis 40 g. Die Flügelspannweite beträgt etwa 25 cm.Der Unterschied zwischen Männchen und Weibchen ist nur am Schnabel zu erkennen. Der Schnabel des Weibchens hat orangefarbene Stellen am Unterschnabel, der des Männchens ist ganz schwarz.
Beim deutschen Namen „Eisvogel“ lassen sich die Ableitungen des ersten Wortteils von Eis oder Eisen mit dem blauen beziehungsweise orangenen Gefieder in Verbindung bringen. Auf Grund mehrerer überlieferter Beispiele aus dem Althochdeutschen ist nachgewiesen, dass die betreffenden Ausdrücke „isaro“ beziehungsweise „isarno“ eigenständige Namen für diese in Europa einzigartige Vogelart darstellen, wobei diesem Namen wiederum das germanische „isan“ oder „eisan“ (glänzen) zugrunde liegt.
Im Marktgebiet kann man ihn sehr häufig zwischen Wangen und Hohenwart erblicken.

Eine schöne Sage aus Frankreich erklärt die Farben des Eisvogels:

Das Federkleid des Eisvogels war ursprünglich grau. In diesem Farbzustand befand er sich auch in der Arche Noah. Viele, viele Monate lang schaukelte die Arche auf den Wassern der überfluteten Welt. Nach einer endlos langen Regenperiode und Überschwemmungen klärte sich die Luft langsam auf. War nun ein Ende des Zornes Gottes gekommen? Sank das Wasser schon? Noah schickte den Eisvogel aus, um nach Land Ausschau zu halten.
Nach seinem langen Aufenthalt in der Arche tänzelte er fröhlich in der frischen Luft herum. Die Sonne brach durch die schweren Wolken und die Luft wurde strahlendblau. Blau war die Lieblingsfarbe des grauen Vogels. Wie ein Magnet wurde er durch die blaue Luft angezogen und er flog höher und höher. Er flog so hoch, dass er genauso blau wurde wie die Luft. Das graue Federkleid verwandelte sich in ein prächtiges glänzendes Blaugrün. Er flog noch weiter und so hoch, dass seine Brust durch die Sonne verbrannte. Durch die Schmerzen stürzte der Vogel herunter und löschte seine Brust im kühlen Wasser. So bekam der graue Vogel sein schönes blaues Federkleid mit der rotbraunen Brust. Doch als der Vogel völlig zufrieden über seine spektakuläre Reise und sein neues äußerliches zur Arche zurückkehrte ließ Noah ihn nicht mehr herein da er seine Aufgabe vernachlässigt hatte. So wurde er gezwungen auf dem Wasser zu überleben.

 
 
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Teil 2 Die Mühlkoppe

Der Mühlkoppe, Groppe oder Kroppe genannte Fisch ist auch in der Paar beheimatet. Man muss aber schon genau hinsehen, um den meist zwischen Wurzeln und Steinen versteckt lebenden Bodenbewohner zu Gesicht zu bekommen.
Mit ihrem großen Kopf und ihrem breiten Maul wirkt die Koppe trotz ihrer geringen Größe von maximal 15 Zentimetern recht imposant. Dazu tragen auch die sehr großen, fächerförmigen Brustflossen sowie zwei Rückenflossen mit Stachelstrahlen bei. Die Kiemendeckel tragen je einen kräftigen Dorn. Der keulenförmige Körper ist bräunlich bis dunkelgrau gefärbt, mit unregelmäßiger Marmorierung. Wegen ihres dicken Kopfes hat ihr der Volksmund den Namen "Bullenkopf" verpasst.
Der wenig bewegliche Kleinfisch bewohnt klare, sauerstoffreiche Fließgewässer und Seen mit steinigem bis sandigen Grund. Besonders in den Forellen- und Äschenregionen mit Fließgewässern bis in Höhen von 2.000 m über dem Meeresspiegel und in sommerkühlen Seen fühlt er sich wohl. Die Mühlkoppe passt sich in der Farbgebung dem Untergrund perfekt an. Sie ist ein überwiegend dämmerungs- und nachtaktiver Bodenfisch. Auffällig ist die robbende Fortbewegungsweise auf den kräftigen Brustflossen.
Als bodengebundene Fischart ohne Schwimmblase (und als mäßiger Schwimmer) stellen für die "Groppe" bereits niedrigere Schwellen unüberwindbare Hindernisse dar. Aufgrund dieser Tatsache gilt es für die Mühlkoppe ihre Energie zu sparen. Sie bewegt sich mit gespreizten Brustflossen meist nur ruckartig über den Boden. Auf dem steinigen Untergrund ist sie in dieser Ruhestellung sehr gut getarnt und hält sich tagsüber auch meist versteckt. Die „Groppe“ ernährt sich von kleinen Bodentieren wie Insektenlarven und Bachflohkrebsen.
Die Laichzeit hängt stark vom Gewässer ab. Je nach Lebensraum fällt sie in den Zeitraum Februar bis Mai. Das Weibchen legt dabei 100 bis 200 Eier unter Steinen oder in einer Art Laichgrube ab. Das Männchen bewacht das Gelege und sorgt durch Fächeln mit den Brustflossen für Frischwasserzufuhr bis die Larven geschlüpft sind. Nach vier bis sechs Wochen schlüpfen sie und treiben mit dem Wasserstrom abwärts. Erst als Jungfische wandern sie wieder den Bach aufwärts.


 
 
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Teil 3 Libellen

In Mitteleuropa leben rund 80 verschiedene Libellenarten deren Leben an Wasser gebunden ist, da ihre Larven nur dort existieren können.
Der Lebenszyklus von Libellen beträgt ein Jahr. Im Flachland lassen sich die erwachsenen Tiere von Mai bis Juli beobachten.
Sie weisen eine Flügelspannweite von 2 bis 15 Zentimetern auf. Im Aussehen und Bau ähneln sie den zur Blütezeit der Dinosaurier vor rund 150 Millionen Jahren lebenden Arten. Libellen sind also sehr ursprünglich gebliebene Insekten.
Libellen sind Raubinsekten. In der Luft jagen sie nach Fliegen, Mücken und sogar Libellen kleinerer Arten, um sie dann oft schon im Fluge mit ihren Mundwerkzeugen zu verzehren. Die optimale Orientierung im Luftraum wird möglich durch die beiden, einen großen Teil des Kopfes ausmachenden, aus bis zu 30.000 Einzelaugen zusammengesetzten Komplex- oder Facettenaugen. Sie besitzen ein hohes zeitliches Auflösungsvermögen, wodurch die Libellen hervorragend sich schnell bewegende Beutetiere erkennen und verfolgen können. Diese ergreifen sie dann mit ihren nach vorn gerichteten, einen Fangkorb bildenden, drei bedornten Beinpaaren.
Zahlreiche Libellenarten besiedeln auch das Paartal. Saubere Fließgewässer und der an der Paar so typische Wechsel zwischen beschatteten und offenen, besonnten Abschnitten bieten für die häufig vorkommenden Prachtlibellen sowie die seltene Grüne Keiljungfer die idealen Lebensbedingungen.
Das schwer zu beobachtenden Kleine Granatauge besiedelt die zahlreichen Altwässer entlang der Paar. Sie hält sich in großer Entfernung vom Ufer auf Schwimmblättern oder Algenwatten im und auf den Wasser auf.
Auch die sehr seltene Vogel-Azurjungfer kann im Paartal bewundert werden. Als Lebensraum dienen ihr Flachmoor-Quellbäche. Ihre ungewöhnlich schwarz Färbung unterscheidet sie stark von anderen Azurjungfer-Libellen.


 
 
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Teil 4: Das Scharbockskraut

Das flach wachsende Scharbockskraut gehört im Frühjahr zu den ersten Pflanzen , welche ihre kleinen, saftigen Blätter und etwas später auch die Blüten der Sonne entgegenstrecken. Es breitet sich teppichartig in Gärten, Parks, in Auenwälder, auf Obstwiesen, am Bachufer, auf Wiesen und auf feuchten Böden aus. Für Bienen und andere Insekten ist Scharbockskraut eine wichtige Futterpflanze. Das Scharbockskraut wird auch als Feigwurz, Frühsalat, Gichtwurz, Erdgerste oder Frühlings-Scharbockskraut bezeichnet. Der Name leitet sich von Scharbock = Skorbut ab. Skorbut ist eine Vitamin C-Mangelkrankheit, die früher im Winter weit verbreitet war. Als eine der ersten grünen Pflanzen im Frühjahr stand mit dem Scharbockskraut eine gute Vitamin C- Quelle zur Verfügung.


Das Scharbockskraut ist eine frühjahrsgrüne, ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 20 cm erreicht. Es gehört der Familie der Hahnenfußgewächse an. Nach den glänzend grünen Blättern erscheinen auffallende, einzeln stehende und lang gestielte, goldgelbe und sternförmige Blüten. Sie fügen dem Blätterteppich zwar ein fröhliches Leuchten hinzu, zeigen aber auch an, dass die Scharbockskraut-Blätter für den Menschen von nun an leicht giftig sind. Nicht jedoch für die Tiere. Die auffällige Färbung dient dazu, zur Blütezeit (März bis Mai) zahlreiche Insekten anzulocken, die am Blütenboden Nektar finden. Bei Berührung der zahlreichen Staubblätter erfolgt die Bestäubung. Die Frühjahrspflanze zieht bereits im Mai/Juni wieder ein, zu diesem Zeitpunkt sind die neuen Wurzelknollen fertig ausgebildet und die oberirdischen Pflanzenteile beginnen sich gelb zu verfärben und welken dann.


Wegen seines Vitamin C-Gehalts (und weil es zu den ersten grünen Pflanzen des Frühjahrs gehört) verwendete man Scharbockskraut gerne in Frühlingssalaten. Es wirkt blutreinigend und gegen Frühjahrsmüdigkeit. In der Volksmedizin verwendete man es auch als Tee gegen Hautunreinheiten. Ein Sitzbad soll auch bei Hämorrhoiden helfen. Der Saft aus den Wurzelknöllchen wirkt antiviral und wurde zur Behandlung von Warzen eingesetzt.Das Scharbockskraut ist keine klassische Heilpflanze, sondern eher eine Nahrungspflanze, die früh im Jahr vitaminreiches, frisches Grün auf den Teller bringt. Sein Geschmack ist säuerlich-scharf. Es eignet sich gut als kleiner Snack auf dem Frühlingsspaziergang, als Beigabe zu normalem Blattsalat oder in Suppen. Man sollte Scharbockskraut aber nicht in zu großen Mengen konsumieren.


 
 
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Teil 5 Die Wiesenbrüter

 

Feuchte, unbewirtschaftete Wiesen sind der ideale Brutplatz für Vogelarten wie den Großen Brachvogel, den Wiesenpieper, den Fasan das Braunkehlchen, die Bekassine, die Grauammer, den Kiebitz oder den Wachtelkönig.

All diese Vogel werden gehören zur Gattung der Wiesenbrütern. Das sind bodenbrütende Vögel, die ihre Nester bevorzugt im hohen Gras von Feuchtwiesen verstecken, wo die Gelege nicht nur vor Räubern geschützt sind, sondern sich auch gleich reichlich Nahrung für den Nachwuchs findet.

Hohenwart der Paar, den vielen Altwässern, Bächen und Feuchtgebieten hat für Wiesenbrüter noch reichlich Lebensraum zu bieten.



Der große Brachvogel

Auffällig für den graubraun gefleckten Vogel ist sein langer, kräftiger und gebogener Schnabel. Diesen nutzt er, um Nahrung vom Boden aufzupicken, aus Erdlöchern und Flachwasser zu entnehmen, oder durch Sondieren im weichen Substrat aufzuspüren.Der Große Brachvogel ernährt sich überwiegend von Kleintieren,und zum Teil auch von Pflanzen. Er frisst bevorzugt Regenwürmer, Asseln, viele Insekten und kleine Mollusken. Offene und feuchte Flächen zählen zu den Brutplätzen des Großen Brachvogels. Er baut sein Nest meist in niedriger Vegetation muldenförmig am Boden. Frühestens Ende März legt er 2 bis 5 bräunliche bis grünliche Eier, die meist dunkler gefleckt sind. Die Bebrütung dauert 27 bis 29 Tage. Mit 5 Wochen ist der Nachwuchs flügge.

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Der Wiesenpieper

Der Wiesenpieper ist mit seinen ca. 14,5 cm fast so groß wie ein Grünfink oder Haussperling . Er gehört zu den Zugvögeln.

Bei den Wiesenpiepern sehen Weibchen und Männchen gleich aus. Sie haben eine helle Brust mit zierlichen dunklen Streifen, eine verschwommene dunkle Rückenstreifung und einen hellen Strich über den Augen. Der Schnabel ist zierlich spitz, der Unterschnabel ist gelblich.Sie bauen ihr Nest auf dem Boden aus Halmen und Gräsern und polstern es dann mit Pflanzenwolle und Haaren aus.Wiesenpieper haben zwei Jahresbruten von April bis Juni. Sie legen 4 bis 6 hellgraue Eier mit bräunlichen Flecken. Das Weibchen brütet ca. 14 Tage lang die Eier aus. In dieser Zeit wird sie vom Männchen mit Nahrung versorgt. Beide Eltern versorgen ca. 14 Tage lang die Jungen im Nest mit Nahrung. Im Alter von 14 Tagen werden die Jungen flügge.Ihr Nahrung besteht aus Insekten, Spinnen, Würmern und kleinen Schnecken.

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Der Fasan

Der Hahn fällt durch sein farbenprächtiges Gefieder und seine deutlich längeren Schwanzfedern auf. Hennen zeigen eine bräunliche Tarnfärbung.Die Körperlänge beträgt bei dem Hahn ca. 90 cm bei einem Gewicht von ca. 1,5 kg. Das Weibchen ist wesentlich kleiner und leichter. Die Lebenserwartung beträgt bis zu 7 Jahren. Er ernährt sich zumeist von pflanzlicher Nahrung wie Sämereien und Beeren, gerne auch von Insekten und anderen Kleintieren.Die Balz der Fasane beginnt im März und dauert einen Monat. Der Fasan hat eine Jahresbrut in der Zeit von Mai bis Juni. Die Hennen legen 10 bis 16 Eier in einer flachen Mulde am Boden die mit Pflanzen ausgekleidet wird. Die Nester sind versteckt im tiefen Gras, zwischen Brennnesseln oder im Unterholz. Die Bebrütung dauert ca. 25 Tage. Die jungen Fasanen-Küken schlüpfen alle an einem Tag und zählen zu den Nestflüchtern.

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Teil 6 Die Knoblauchsrauke

Die Knoblauchsrauke - im Volksmund auch Knoblauchskraut, Lauchkraut, Knoblauchhederich, Läuchel, Lauch ohne Zwiebel, Waldknoblauch oder Sommerknoblauch- genannt, ist unter Liebhabern von Wildkräutern keine Unbekannte. Der knoblauchartige bis leicht pfeffrige Geschmack kann in der Küche vielseitig verwendet werden. Das recht unscheinbare Wildkraut liefert wertvolle Vitamine und Mineralstoffe und dient sogar heute noch mitunter als Heilpflanze.


Merkmale der Knoblauchsrauke:

Die unscheinbare Knoblauchsrauke ist eine meist zweijährige Pflanze (gelegentlich auch mehrjährig), die je nach Standortbedingungen bis zu 110 cm hoch werden kann. Die leicht bräunliche bis weiße Pfahlwurzel ist häufig in der Mitte zwei bis dreifach geteilt.

Die Blätter der Knoblauchsrauke ähneln einer Mischung aus Brennnessel und Gundermann. Sie verfügen jedoch keine schmerzhaften Brennhaare und sind an den Blatträndern meist deutlicher gezackt. Markante Merkmale sind die Einkerbungen am Blattstiel sowie der deutlich nach Knoblauch riechende Duft beim Zerreiben der Blätter. Die Grundblätter sind meist deutlich runder als emporwachsenden Blätter, die meist spitz zulaufend sind. Im Gegensatz zum leicht vierkantigen Stängel sind die Blätter außerdem unbehaart.

Die Blüten der Knoblauchsrauke sind weiß gefärbt und erscheinen meist von Mitte April bis Anfang August. Jede der 5 bis 8 mm großen Blüten besteht aus vier Kelchblättern, vier Kronblättern und sechs gelben Staubblättern. Die Blüten sind nur an der Spitze der Pflanze zu finden und in kleinen Trauben angeordnet.

Zur Fruchtreife bilden sich aus den weißen Blüten bis zu 7 cm lange Schoten aus, die jeweils bis zu acht dunkle nahezu schwarze Samen enthält. Die Samen selbst sind in der Regel nicht größer als 4 Millimeter.

Vorkommen:

Die Knoblauchsrauke ist an schattigen Waldränder, auf feuchten Böden, Hecken, Gärten und in Parks zu finden. Das Lauchkraut zeigt Nährstoff- bzw. Stickstoffreichtum an.


Als Gewürz:

Unter Kräuterfreunden ist die Knoblauchsrauke längst kein Geheimtipp mehr. Genau wie beispielsweise Gundermann, Giersch und Sauerampfer erfreut sich dieses Wildkraut zunehmender Beliebtheit.

Im Mittelalter wurde die Knoblauchsrauke mit ihrem pfeffrig-knoblauchartigen Geschmack vor allem von der ärmeren Bevölkerung genutzt, welche sich die teuren Gewürze nicht leisten konnte. Sie wurde flächendeckend sogar in Gärten angebaut.

Daraus folgten weitere Namen wie Bettelmanns Hafer, Senf des armen Mannes oder nur Sauce da es entweder mit nur Brot, Pökelhering oder gepökelten Schweinefleisch gegessen wurde.

Zum Essen werden die Blätter von April bis Juni gesammelt.

Der scharfe Geschmack der Knoblauchsrauke ist auf ätherische Öle zurückzuführen. Beim Kochen verflüchtigt sich der pfeffrig-knoblauchartige Geschmack. Knoblauchsrauke muss daher Speisen in rohem Zustand beigegeben werden. Die moderne Kräuterküche hat die Knoblauchsrauke wiederentdeckt und mischt die feingehackten Blätter in Salatsoßen, Suppen, Kräuterbutter und Quark- oder Frischkäsemischungen. Darüber hinaus werden die geschmacksintensiven Blüten verwendet, um salzige Sorbets und Salate zu dekorieren. Die schwarzen Samen der Knoblauchsrauke lassen sich ähnlich wie Pfefferkörner verwenden und haben einen sehr scharfen Geschmack.


Volksmedizin:


Die im Mittelalter als Knoblauchskraut bezeichnete Pflanze kam sowohl bei der inneren als auch äußeren Behandlung diverser Beschwerden zum Einsatz.

In der heutigen Zeit wird die Pflanze noch gelegentlich naturheilkundlich verwendet.

Sie wird für Frühjahres-Kuren und zur allgemeinen Entschlackung verwendet. Sie hilft auch bei rheumatischen Beschwerden, bei Gicht und bei Geschwüren. Noch dazu ist sie Wundheilend, schleimlösend und desinfizierend.



 
 
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Teil 7 Der Weißstorch

 Der Weißstorch ist der einzige Großvogel, der sich eng an den Menschen angeschlossen hat. Weißstörche sind etwa 80 bis 100 cm lang und haben eine Flügelspannweite von etwa 200 bis 220 cm. Bis auf die schwarzen Schwungfedern ist das Federkleid rein weiß. Schnabel und Beine sind rötlich. Weißstörche haben ein Gewicht von etwa 2,5 bis 4,5 kg. Landwirtschaftlich genutztes feuchtes Grünland, Teiche, Weiher und extensiv bewirtschaftete landwirtschaftliche Flächen sind der typische Lebensraum der Weißstörche hierzulande. Nur hier finden sie ausreichend Nahrung. Ein ausgewachsener Storch benötigt etwa 500 bis 700 Gramm Nahrung pro Tag; dies entspricht ungefähr 16 Mäusen oder 500 bis 700 Regenwürmern. Muss er außerdem noch eine Storchenfamilie mit zwei Storchenjungen ernähren, so ist er lange unterwegs, um die benötigten Nahrungsmengen zusammenzusuchen: Ein Jungvogel braucht für einen kurzen Zeitraum bis zu 1.600 Gramm Nahrung pro Tag. Das bedeutet, dass der tägliche Nahrungsbedarf einer ganzen Storchenfamilie bei etwa 4.600 Gramm liegt. Umso wichtiger ist es für die Störche, dass sie sich in direkter Umgebung des Nestes auf Nahrungssuche begeben können. Mehrere langsam hinter einer Mähmaschine oder einem pflügenden Traktor her schreitende Störche welche die Bodenoberfläche nach Regenwürmern und Insekten untersuchen sind ein durchaus bekanntes Bild. Ebenso typisch sind jedoch auch die durch Feuchtgebiete watenden Störche auf der Jagd nach Kaulquappen, Fröschen und Kröten. Mäuse jagen sie in Reihermanier, lauernd und auf einem Bein stehend. Auf dem Speiseplan der Weißstörche stehen außerdem Ringelnattern und Eidechsen. Selbst Aas wird nicht verschmäht. Die Stimme des Weißstorchs ist nur schwach ausgeprägt. Er verständigt sich durch Klappern mit dem Schnabel, deshalb wird er auch Klapperstorch[1] genannt. Geklappert wird zur Begrüßung des Partners am Nest und zur Verteidigung gegen Nestkonkurrenten. Auch sein Balzritual geht mit ausgiebigem gemeinsamem Schnabelklappern einher. Konnte man 1934 auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland noch rund 9.000 Weißstorchenpaare zählen, so blieb bei einer Bestandserhebung 1988 gerade noch die traurige Zahl von 2.949 Brutpaaren übrig. Seitdem hat sich der Storchenbestand im Lande wieder erholt. 1994 zählte man bereits wieder 4155 Brutpaare und der Aufschwung setzte sich in den Folgejahren fort. 2017 wurden bundesweit bereits wieder 6.756 Brutpaare gezählt.

Nach europäischen Sagen überbringt der Storch die Säuglinge. Diese Idee geht auf das Märchen „Die Störche“ von Hans Christian Andersen zurück. Im Volksmund überbringen Störche Babys, die sie in Höhlen oder Sümpfen gefunden haben, in einem Korb an die Mütter oder lassen sie durch einen Schornstein fallen. Der Storch hat zu weiteren Sagen, aber auch zu Malereien und Liedern inspiriert:


Meinungen über den Storch aus den verschiedensten europäischen Ländern:

· In Deutschland gilt der Weißstorch als Glücksbringer, und galt als unverletzlich.

· Im Elsass werden die überbrachten Kinder nur abgesetzt, wo der Storch noch Elsässisch reden hört, „wie d’r Schnawwel g’wachse isch“; sonst fliegt er weiter.

· Im Baltikum deutet man den Überflug eines Storches direkt über den Kopf einer jungen Frau als Hinweis auf eine Schwangerschaft.
Der Storch in der Kunst:

Der Storch erscheint auch in einer Reihe von Märchen und Fabeln, beispielsweise in Jean de La Fontaines Der Fuchs und der Storch. Der Fabelname des Storchs lautet „Adebar“. Häufig wird er auch als „Meister Adebar“ angesprochen.
Carl Spitzweg lässt in seinem Gemälde Der Klapperstorch den Weißstorch ein Baby tragen.
Der Storch hat auch die Titelrolle in Wilhelm Hauffs Kunstmärchen Kalif Storch.
Auf den slowenischen Euromünzen zu 1 Cent und den früheren 20-Tolar-Stücken findet sich die Abbildung eines Storches.
Im Animationsfilm Störche sind der Antagonist Hunter, der Protagonist Junior und die meisten seiner Arbeitskollegen Weißstörche, ebenso der erst im Verlauf des Filmes auftauchende Storch Jasper.


 
 
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Teil 8:Der Gundermann

Der Gundermann wächst klein und unauffällig überall in naturbelassenen Gärten und in der freien Natur. Der Name Gundermann oder auch Gundelrebe rührt von der Heilkraft dieses Krautes bei Eiter, denn dieses wurde früher oft “Gund” genannt.

Im Volksmund wurde er als Gundelrebe, Erd-Efeu, Engelskraut, Donnerkraut, Wundrebe, Petersilie der Soldaten bezeichnet.

Der Gundermann ist eine kriechende Pflanze mit 4-kantigen Stängel Die blühenden Stängel sind aufrecht wachsend. Die blau-violetten Blütentriebe sind 10 bis 30 Zentimeter hoch, wachsen aus den Blattachseln und haben ebenfalls einen quadratischen Querschnitt. Die Blätter sind gegenständig, wintergrün, gestielt, und an der Unterseite behaart. Die Krone ist meist 15 bis 22 (6 bis 25) Millimeter lang und von blau-violetter Farbe mit purpurnen Flecken an der Unterlippe; selten ist die Krone rosa oder weiß. Die Frucht ist in 4 gleiche Teile gegliedert, botanisch als Klausen bezeichnet mit dem Beinahmen Kaisersemmel oder da sie, wenn man in den Blütenkelch schaut so aussehen Sternsemmel, wie eine Sternsemmel von oben betrachtet.

Der Gundermann kann mit dem Scharbockskraut, der Nelkenwurz oder der Knoblauchsrauke verwechselt werden. Keine Sorge, alle sind essbar!

Der Gundermann ist ein wundervolles Heilmittel, wenn es um langwierige Krankheiten geht. Er hilft bei schlecht heilenden eitrigen Wunden und auch eitriger Bronchitis, bei Durchfall, Magenkatarrh, Husten, als Gurgelmittel, bei Entzündung der Mundschleimhaut, zur Förderung des Appetits, zum anregen des Stoffwechsels, für Bäder bei Hautkrankheiten und bei nässenden Wunden

Doch nicht nur heilen kann der Gundermann, er ist ebenso ein leckeres Würzkraut, welches vielfältig in der Küche verwendet werden kann. Der Gundermann schmeckt in Salaten, Quarks, Eis, Sirup, in Kräuterbutter, mit Schokolade überzogene Blätter aber auch als Spinat zubereitetes Gemüse. Ein bis zwei ca. 10 cm lange Stängel bei fetten Braten in die Soße geben und das essen wird durch die Bitterstoffe bekömmlicher.

Interessantes zum Gundermann:

Gundermann ist ein wichtiger Bestandsteil der Gründonnerstagssuppe, die aus neunerlei Kräutern am Gründonnerstag zubereitet wurde und in manchen Gegenden noch heute gekocht wird. Ein alter Brauch bei unseren Vorfahren war es, Kränze aus den langen und biegsamen Stengeln des Gundermann zu winden. Die Kränze waren ein Zeichen der Verbundenheit mit der Natur und den Göttern.
Bis zum Reinheitsgebot von 1516 diente er beim Bierbrauen an Stelle von Hopfen als Bittermittel bzw. als Bierwürze. Vor allem in England war er noch bis uns 18. Jahrhundert eine sehr gebräuchliche Zutat. Hopfen wurde erst von den Mönchen als Bierzutat eingeführt und verdrängte dann mit dem Reinheitsgebot alle alten Bierkräuter.

 
 
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