Kommunalpolitischer Rückblick

18.12.2014

Das Jahr 2014 im Rückblick

1. Bürgermeister Manfred Russer

Liebe Mitbürgerinnen,
liebe Mitbürger,

die Zeit rast, schon wieder ist ein Jahr fast vorüber. Weihnachten steht vor der Tür, es ist an der Zeit, Bilanz zu ziehen, Rückschau zu halten und zu bewerten.
Ein Ausblick auf die Zukunft gehört aber auch zum bevorstehenden Jahreswechsel. Wie sieht sie aus, unsere Bilanz?
Die Antwort auf diese Frage muss von Ihnen, liebe Hohenwarterinnen und Hohenwarter gegeben werden. Ich meine, es war ein gutes Jahr. Wenngleich wir nicht alle unsere Ziele erreicht haben und nicht alle Vorhaben umsetzen konnten. Lebensqualität, Zusammenhalt, ehrenamtliches Engagement, Vereinsarbeit, der Umgang mit unseren Asylbewerbern, das alles passt, wie ich meine. Hohenwart hat sich einen Stellenwert im Landkreis aber auch darüber hinaus erarbeitet, der sich sehen lassen kann.

Wir sind wer in der Region und das sollten wir uns unbedingt erhalten. Überheblichkeit wäre fehl am Platze aber ein gesundes Selbstvertrauen und gewisses Maß an Zufriedenheit dürfen schon sein.

Im Fokus unserer Arbeit haben im abgelaufenen Jahr folgende Themen gestanden:

 

Energiewende

Die Energiewende wird vom Markt Hohenwart positiv begleitet. Der Ausbau der Stromerzeugung über regenerative Energien hat sich im Jahr 2014 sehr gut entwickelt. Im Bereich von Englmannsberg sind 4 Windkraftanlagen eines privaten Investors mit einer installierten Leistung von rund 12 Megawatt im Bau. Diese sollen noch heuer ans Netz gehen.
Südlich des Industriegebietes „Ziegelstadeläcker“ bei Thierham ist der erste Abschnitt einer Freiflächen PV-Anlage am Netz. Wenn die Windkraftanlage in Betrieb geht, wird in Hohenwart mehr elektrische Energie erzeugt als verbraucht. Man kann also davon ausgehen, dass die Energiewende im Bereich der Stromerzeugung bereits vollzogen ist.
Nähere Untersuchungen zum Aufbau eines Nahwärmenetzes in Kooperation mit Regens Wagner Hohenwart haben leider aufgezeigt, dass ein derartiges Projekt ein wirtschaftliches Abenteuer für den Markt Hohenwart wäre. Demzufolge hat sich der Marktgemeinderat im November dieses Jahres von diesem geplanten Projekt verabschiedet.

Großes Potential wird auf dem Feld der Energieeinsparung aufgezeigt. Sei es im Bereich der energetischen Sanierung des Gebäudebestandes oder aber auch im Bereich der Einsparung des Stromverbrauchs durch entsprechendes Nutzerverhalten sowie durch Austausch elektrischer Geräte im Haushalt. Hier muss allerdings jeder Private für sich die entsprechenden Entscheidungen treffen.

Der Ausbau der Wasserkraft ist nach neuesten Erkenntnissen ebenfalls von der Agenda des Marktes Hohenwart zu streichen.

Kinderbetreuung

Der Bereich der Kinderbetreuung ist abgearbeitet.

Hohenwart verfügt in zwei Kindergärten mit insgesamt 6 Gruppen sowie in der Kinderkrippe über ausreichend Betreuungsplätze. Träger der Betreuungseinrichtungen ist die kath. Pfarrkirchenstiftung Hohenwart. Die Buchungszeiten in den Einrichtungen sind flexibel. Neben der Betreuung der Kinder unter 3 Jahren in der Kinderkrippe stehen auch Tagesmütter zur Verfügung.

Das Ganztagesangebot in der Grund- und Mittelschule in Form einer offenen Ganztagesbetreuung wird den Erfordernissen und Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler angepasst.

Wirtschaftsförderung, Wirtschaftsentwicklung

Die wirtschaftliche Entwicklung hat für die politisch Verantwortlichen beim Markt Hohenwart einen hohen Stellenwert.

Im neuen Industriegebiet „Ziegelstadeläcker II“ haben sich mittlerweile mit den Firmen WKV, Koppold Metalltechnik und Bebo drei neue Betriebe angesiedelt. Daneben hat in diesem Gebiet auch die Fa. Amenda Transporte (schon immer in Hohenwart ansässig) expandiert.

Der Marktgemeinderat Hohenwart hat sich darauf verständigt, auf dem geplanten Gelände für den gemeindlichen Bauhof weitere Betriebe anzusiedeln. Entsprechende Verhandlungen laufen. Für den Neubau des Bauhofes wird ein anderer Standort entwickelt. In 2015 wird die Erweiterung des Gewerbeparks umgesetzt.

Im Industriegebiet „Ziegelstadeläcker I“ soll eine Erweiterungsfläche für einen bereits ansässigen Betrieb bereitgestellt werden.
Im neuen Jahr werden Verhandlungen über ein neues Gewerbegebiet (Erweiterung des Gewerbeparks Richtung Süden) aufgenommen.

Die expansive Wirtschaftsentwicklung des Marktgemeinderates macht sich mittlerweile auch finanziell bemerkbar. Die Gewerbesteuern konnten in den letzten Jahren deutlich gesteigert werden.

Auch auf die Arbeitsplätze hat die Wirtschaftspolitik in Hohenwart positive Auswirkung. So gehört der Markt Hohenwart neben Pfaffenhofen, Manching und Münchsmünster, zu den Städten und Gemeinden, die im Landkreis Pfaffenhofen einen positiven Pendlersaldo aufweisen. Das bedeutet, nach Hohenwart kommen mehr Arbeitnehmer als aus Hohenwart zur Arbeit wegfahren.

Infrastruktur/Bauleitplanung/Verkehrswesen

Investitionen in die nachhaltige Entwicklung der Infrastruktur sind für den Marktgemeinderat ein zentrales Anliegen. Der Um- und Erweiterungsbau der Kläranlage in Weichenried ist abgeschlossen. In Eulenried soll im Zuge des Ausbaus der Gemeindeverbindungsstraße von der B 300 bis nach Tegernbach mit Erneuerung der Ortsdurchfahrt auch der Kanal erneuert werden. Die Planungen und Vorbereitungen dazu laufen. Baubeginn für den Kanalneubau soll im Herbst 2015 sein.

Im Bereich Straßenbau sind die Planungen für den Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße B 300 – Eulenried – Tegernbach abgeschlossen. Der dazu erforderliche Grunderwerb ist teilweise schon in trockenen Tüchern. Das beauftragte Planungsbüro bereitet derzeit den Förderantrag vor. Der erste Bauabschnitt soll in 2015 umgesetzt werden. Zwei übergeordnete Projekte, nämlich die Verlegung der B 300 bei Weichenried sowie die Höhenfreimachung der Anschlussstelle Stadel beschäftigen uns nach wie vor intensiv. Zur Verlegung der B 300 bei Weichenried sind die Verträge zur Absiedlung der Anwesen nördlich der B 300 abgeschlossen. Im nächsten Jahr soll das Planfeststellungsverfahren weitergeführt werden. Mit einer Umsetzung der Baumaßnahme rechnen wir in 2016.

Mit der Einweihung im Sommer 2014 wurde das Projekt „Sanierung des Kirchplatzes und Ausbau der Richildisstraße“ in Klosterberg abgeschlossen. Der Geh- und Radweg entlang der St 2043 ist fertiggestellt. Auch der Geh- und Radweg zur Schule wurde ausgebaut.

Abgeschlossen ist auch der Ausbau der Breitbandversorgung auf der Basis einer Funklösung. Damit verfügen auch die kleineren Ortsteile über Bandbreiten von bis zu 16 MB.
Für den Breitbandausbau im Bereich von Hohenwart, Klosterberg und Thierham sowie für unsere Gewerbegebiete an der B 300 läuft derzeit die Angebotsfrist. Nach Wertung der Angebote kann über eine Vergabe entschieden werden. Mit dem Ausbau einer schnellen Breitbandversorgung soll ab Mitte 2015 begonnen werden. Der Abschluss der Ausbaumaßnahme wird 2016 realisiert sein.

Der Markt Hohenwart bereitet derzeit die Ausweisung eines Baugebietes gegenüber von Kindergarten und Schule vor. Geplant war, das Baugebiet ab Mitte 2015 verfügbar zu machen. Allerdings haben sich zeitliche Verzögerungen ergeben, weil das ursprüngliche Gebiet aufgrund der großen Nachfrage erweitert werden soll bzw. muss. Die Grundstücksverhandlungen dazu laufen.
In den kommenden Jahren muss auch ein neues Gewerbegebiet entwickelt werden. Derzeit verfügt der Markt Hohenwart nur noch über geringe Flächen zur Ansiedlung von Betrieben.

Bildung

Die Weiterentwicklung unserer Grund- und Mittelschule ist derzeit das zentrale Thema der Diskussion. Auf der Grundlage unseres Schulentwicklungskonzeptes aufbauend, arbeiten wir derzeit daran, die Grundlagen zu ermitteln. Ersten Untersuchungen zufolge, steht der Neubau unserer Grund- und Mittelschule im Raum. Ganz egal, ob am Ende der Untersuchungen eine Generalsanierung oder ein Neubau steht.

Wir wollen auf jeden Fall eine Dreifachturnhalle, die neben dem Schulsport auch dem Breitensport zur Verfügung gestellt wird. Neben der sportlichen Nutzung soll die Halle so konzipiert werden, dass auch Veranstaltungen durchgeführt werden können.

Insgesamt werden in das Projekt wohl etwa 16 bis 17 Millionen Euro investiert werden müssen. Höchstes Augenmaß muss auf die Finanzierung gelegt werden, weil wir über einen langen Zeitraum (30 bis 40 Jahre) Kapital binden.

Unsere Schülerzahlen an der Grund- und Mittelschule (im Verbund mit Reichertshofen) sind relativ konstant. Zweizügigkeit ist für die nächsten 15 Jahre prognostiziert. Wenn sich das Einwohnerwachstum auch in den künftigen Jahren so darstellt wie in der Vergangenheit, ist der Schulstandort Hohenwart dauerhaft gesichert.

Vereine/Freizeit u. Erholung/Kultur

Viele Vereine, viele Organisationen. Es ist was los in Hohenwart. Viele, viele Menschen engagieren sich ehrenamtlich. Um deren Arbeit zu würdigen, werden im mehrjährigen Turnus im Rahmen eines Ehrenabends diejenigen, die sich seit langen Jahren in verschiedenen Bereichen einsetzen, mit der bronzenen, silbernen oder goldenen Bürgermedaille ausgezeichnet. Bei dieser Gelegenheit werden auch Mitbürgerinnen und Mitbürger, die durch hervorragende sportliche Leistungen auf sich –und damit auch auf Hohenwart- aufmerksam machen, ebenfalls ausgezeichnet.
Der nächste Ehrenabend findet im Januar 2015 statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden auch die Personen aus dem Markt Hohenwart gewürdigt, die sich ehrenamtlich um die Anliegen unserer Asylbewerber kümmern.

Die Paartaler Gewerbevereinigung kümmert sich um Mittelstand, Handwerk, Handel und Dienstleitungen. Dabei erstrecken sich die Aktivitäten der Gewerbevereinigung nicht nur auf den Markt Hohenwart sondern auch auf benachbarte Gemeinden bzw. Firmen und Betriebe. Die Gewerbevereinigung richtet im 2-Jahres-Turnus im Rahmen des Hohenwarter Volksfestes eine Gewerbeschau aus. Diese Gewerbeschau hat sich sehr, sehr gut entwickelt. Daneben liegt auch die Organisation und die Durchführung der jährlichen Kirchweihdult in der Verantwortung der Paartaler Gewerbevereinigung.

Das Projekt „Kapellenwanderweg“ ist umgesetzt. Der Kapellenwanderweg ist ein interkommunales Projekt zwischen Hohenwart und Waidhofen unter Mitwirkung der LAG Altbayerisches Donaumoos. Der Kapellenwanderweg stellt ein Wanderwegenetz, bestehend aus fünf einzelnen Rundkursen, verteilt auf das Gebiet der Gemeinden Hohenwart und Waidhofen, dar. Dieses Projekt wurde durch die EU im Rahmen des Leader-Programms gefördert. Weiterhin auf der Agenda des Marktes Hohenwart steht der Generationenpark.

Nach wie vor in der Pipe-Line steht das Projekt „Radwegeverbindung Hohenwart-Freinhausen“. Leider gestaltet sich die Umsetzung dieses Projektes schwierig. Eine Trassenführung entlang der Kreisstraße PAF 13 wird naturschutzfachlichen Erwägungen (Brachvogel und Birkenallee) kategorisch abgelehnt. Der Marktgemeinderat Hohenwart hat mehrere Alternativtrassen ins Spiel gebracht. Diese Alternativtrassen ist jedoch –zumindest in Teilen der Bevölkerung- umstritten.
Größter Beliebtheit erfreut sich der, auf dem Volksfestplatz in Hohenwart eingerichtete Wohnmobilparkplatz.

Im gesellschaftlich/kulturellen Bereich haben Marktgemeinde und Vereine wieder einiges auf die Beine gestellt. Im Sommer 2014 wurde der 2. Familienwandertag auf dem Michaels-Weg (einem Teil des Kapellenwanderwegenetzes) organisiert. Daneben fanden im gesamten Gemeindebereich zahlreiche Garten- und Vereinsfeste statt. Große Tradition haben die Maibäume in der Marktgemeinde. Feste Größen im Jahresablauf sind das Hohenwarter Weinfest, das Pfarrfest, die Kirchweihdult sowie verschiedene Patroziniums- Feste in den jeweiligen Gemeinden.
Großer Beliebtheit erfreut sich das Hohenwarter Volksfest. Beeindruckend ist jedes Jahr der Auszug zum Festplatz im Anschluss an das Standkonzert am Hohenwarter Marktplatz.

Der Verein der Freunde und Förderer von Regens Wagner Hohenwart organisiert jedes Jahr einige kulturelle Highlights. So waren heuer German Brass mit einem Konzert in der „Alten Schweißerei“ der Firma Bauer in Schrobenhausen und am 1. Adventssonntag das Ensemble Eberwein mit ihrem Program „Heilige Tag – raue Nächt“ in der Pfarrkirche auf dem Klosterberg zu Gast.

Das kulturelle Leben im Markt ist nicht mehr vorstellbar ohne Markt- und Jugendmarktkapelle. Beeindruckend insgesamt ist die Vielfalt instrumentaler und gesanglicher Gruppen, die sich über die letzten Jahre hinweg gegründet haben. In diesem Zusammenhang sind auch die Aktivitäten der Kunstfreunde Hohenwart zu nennen.

Unter Federführung von Heimatpfleger Dr. Hans Perlinger und Geschäftsleiter Ernst Petz wurde eine neue Gemeindechronik erarbeitet. Der Entwurf dieser Chronik wird nun auf Herz und Nieren geprüft. Der Öffentlichkeit soll die Chronik in der zweiten Jahreshälfte 2015 vorgestellt werden.

Ausblick 2015

Es bleibt spannend.
Das Straßenbauprojekt B 300 – Eulenried – Tegernbach soll im Frühjahr 2015 gestartet werden. Die Ansiedlung weiterer Gewerbebetriebe und die Planung eines neuen Gewerbegebietes an der B 300 bei Thierham haben absolute Priorität. Genauso wie die Mitwirkung beim Projekt Verlegung B 300 bei Weichenried. Der Markt Hohenwart hat hierzu seine Hausaufgaben erledigt. Jetzt geht es darum, das Planfeststellungsverfahren wieder zu aktivieren.
Spannend wird sicherlich die weitere Entwicklung in punkto Errichtung eines Redweges von Hohenwart nach Freinhausen. Ob es gelingt, den Radweg entlang der Kreisstraße PAF 13 zu führen, ist derzeit völlig offen.

Folgende Projekte sollen 2015 weiter entwickelt bzw. umgesetzt werden:
(diese Aufzählung ist nur beispielhaft)

-Grund- und Mittelschule Hohenwart
-Gemeindeverbindungsstraße B 300 – Eulenried – Tegernbach
-B 300 – Anschlussstelle Stadel
-B 300 – Verlegung Weichenried
-Baugebiet „Am Kerschberg II“
-Gewerbegebietserweiterung an der B 300
-Sanierung von Siedlungsstraßen
-Neubau eines Bauhofes
-sukzessive Umsetzung des Seniorenkonzeptes
-Radweg Hohenwart – Freinhausen
-Sanierung des Rathauses

Ihr
Manfred Russer
1. Bürgermeister

 
 

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