Großes Interesse an der seltenen Langhornbiene:

05.06.2021

30 Interessierte mit dem BN im Einsatz zum Schutz der Malvenlanghornbiene im Naturpark Freinhausen

Mit so vielen Interessierten hatte die Ortsgruppe Reichertshofen- Baar-Ebenhausen-Pörnbach des Bundes Naturschutz (BN) nicht gerechnet: Über 30 Naturfreunde, darunter auch einige Jugendliche, trafen sich am Sonntagmorgen in Freinhausen, um an einer Schutzaktion für die höchst seltene Malven-Langhornbiene teilzunehmen.

Diese Wildbienenart galt in Bayern bereits seit 1940 als ausgestorben, bis sie im Jahr 2004 von dem Münchener Insektenforscher Markus Breu auf dem Windsberg bei Freinhausen wieder entdeckt wurde. 2010 wurde hier mit systematischen Zählungen begonnen, die seitdem jeden Sommer von den örtlichen BN-Aktiven durchgeführt werden. Gezählt werden in diesem Zusammenhang auch die ebenfalls seltenen Ochsenzungen-Sandbienen, die sich ausschließlich vom Nektar der Gemeinen Ochsenzunge ernähren und die ebenfalls am Windsberg heimisch sind.

Das Naturschutzgebiet Windsberg mit seinen sandigen Böden und Magerrasen bietet zahlreichen seltenen Pflanzen- und Tierarten den notwendigen Lebensraum. Eine davon ist die Malven-Langhornbiene (Eucera makroglossa), die ihre Bruthöhlen im sandigen Boden anlegt und sich auf Malven als Nahrungsquelle spezialisiert hat. Sowohl für sich selbst als auch zur Fütterung ihrer Brut ist sie ausschließlich auf verschiedene Malvenarten angewiesen.

Da viele Rosen-Malven an Straßenrändern rund um den Windsberg wachsen, haben die BN-Aktiven vor ein paar Jahren damit begonnen, die jungen Malvenpflanzen im Frühjahr mit Pflöcken zu markieren, damit sie nicht vor oder während der Blüte abgemäht werden.

Seitdem ist die Population der Malven und auch der auf sie angewiesenen Langhornbienen sprunghaft angestiegen. So wurden im Jahr 2020 insgesamt 991 der Bienen gezählt, 410 mehr als im Vorjahr. Und auch das Verbreitungsgebiet der seltenen Tiere hat sich ausgeweitet – vom Windsberg weiter nach Norden und nach Westen in Richtung Oase Steinerskirchen.

Am Sonntagvormittag hatte der Bund Naturschutz alle Interessierten eingeladen, am Einschlagen der Pflöcke teilzunehmen und mehr über die Schutzaktion zu erfahren. Etliche „Neue“ bekundeten gleich ihr Interesse, demnächst auch beim Zählen der Bienen mitzumachen. In drei Gruppen, geleitet von Peter Bernhart, Josef Schweigard und der stellvertretenden BN-Ortsvorsitzenden Cornelia Knoch machten sich die Teilnehmer an drei verschiedenen Standorten bei Freinhausen an die Arbeit: an der Straße nach Starkertshofen, der Straße in Richtung „Raketenstation“, an der Staatsstraße 2048 (Richtung Adelshausen) und in der Oase Steinerskirchen. Dabei reichten die weit über 100 mitgebrachten Pflöcke nicht einmal aus, denn die Malven scheinen sich dank der Schutzaktion nochmals vermehrt zu haben.

Bei bestem Wetter gab es am Sonntag einige sehr schöne Naturerlebnisse und viele interessante Informationen. Martina Freund kennt fast alle Pflanzen mit Namen, auch die essbaren unter ihnen. So erfreute sie die Helfer mit noch unbekannten Kostproben, die auf der Wiese wachsen. In der Oase gab es außerdem ein äußerst seltenes Schauspiel für eine Gruppe: In einem Trichter aus feinem Sand konnten die Teilnehmer beobachten, wie ein Ameisenlöwe (die Larve einer Ameisenjungfer) seine Beute fängt. Eine Ameise fiel hinein, der unsichtbare „Löwe“ aus dem Untergrund bewarf sie mit Sand, sie rutschte ab und er packte sie mit seinen Greifzangen.



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