Fackelwanderungen durch 900 Jahre Hohenwarter Geschichte

05.02.2016

Auf großes Interesse stieß das touristische Angebot der Marktgemeinde Hohenwart für die nächtlichen Wanderungen von Schenkenau nach Hohenwart.

In den zurückliegenden Wintermonaten organisierte Renate Muhr 5 dieser Wanderungen, an denen knapp 100 Personen teilnahmen. Bei einem Gläschen Glühwein wurden sie vor der Schlosskirche St. Nikolaus in Schenkenau von Ernst Petz begrüßt. Er erzählte, dass dieses Kirchlein die Verbindung zu Hohenwart herstellt. Sie ist schon seit Jahrhunderten eine Filialkirche von St. Georg und war bis 1812 Teil eines prächtigen Schlosses. Die Ursprünge dieses Schlosses datiert das Landesamt für Denkmalpflege zwischen 1109 und 1135. Seit 1974 ist St. Nikolaus durch eine Schenkung der Grafen zu Toerring auch im Eigentum der Kirchenstiftung St. Georg Hohenwart.

Mit Staunen reagierten die Teilnehmer auf die Ausstattung der Kirche im Inneren. Aber nicht nur Kunsthistorisches gab Petz zum Besten, sondern auch Geschichten, alte Legenden und Sagen wurden mit großem Interesse aufgenommen. Ernst Petz berichtete von einem alten Brief, der auf einen Schatz im Schlossweiher hinweist, vom Geisterpfarrer aus Ehrenberg der in Schenkenau verstarb und von den über 300 Jahre alten Worten, die ein Graf in Stein gehauen für seine verstorbene Frau hinterließ.

Mit Fackeln, die oft bei harschem Wetter nur spärlich Licht spendeten, ging es auf den Spuren des Boten Klos durchs Paartal. Dieser war vor über 170 Jahren zwischen Hohenwart und Schrobenhausen mit einem Karren hinter sich herziehend unterwegs. Wegen seines Aussehens war er von den Kindern sehr gefürchtet. An der Kellerbrücke hörten die Wanderer die tragische Geschichte der Agatha Hofschmid, die von ihrem Mann 1804 am Kellerberg erschlagen wurde. Die Brauereigeschichte lebt an dieser Stelle wieder mit ihren 3 Bierkellern auf, die einst im Hügel des bewaldeten Berges für kühles Sommerbier sorgten.

Immer wieder gibt die Landschaft den Blick frei auf die Gebäude des ehemaligen Benediktinerinnenklosters und der Pfarrkirche St. Georg. Da oben stand die Wiege unseres heutigen Marktes Hohenwart und dazu gab Petz einen kurzen Abriss der Entstehungsgeschichte des Klosters, bevor es weitergeht durch das noch letzte von drei mittelalterlichen Toren in den alten Handwerkermarkt. Von Schmieden, Schlossern, Betermachern und Breinhändlern erzählt Petz, die sich in Zünften sammelten. Vom Chorherren Dr. Winkler, der das Spital für 7 arme Leute erbauen ließ, von der Marktkirche mit ihren Zunftaltären und vom schnellen Aufschwung des Marktes, der alle Rechte unten im Tal, genannt das Ried, von den bayerischen Herzögen erhielt.

Aber nicht nur gute Zeiten erlebte das alte Hohenwart. Der dreißig jährige Krieg, Pest, Kindersterben und ein großer Brand stellten große Herausforderungen für die Hohenwarter Bürger dar.

Nach gut zwei Stunden endete die Führung beim Zwicklbräu, in dem noch bis 1970 dunkles Bier gebraut wurde.

Renate Muhr will diese Wanderungen auch weiterhin anbieten. Sie können auch, so Muhr am Tag stattfinden. Allerdings arbeitet die für Tourismus zuständige Sachbearbeiterin schon an einer neuen Themenwanderung. 500 Jahre Reinheitsgebot könnten auch in Hohenwart geschichtlich gut umgesetzt werden, ist sich Muhr sicher.

Zudem gibt es auch Führungen durch die historischen Stätten bei Regens Wagner auf dem Klosterberg. Auf Anfrage werden für Gruppen individuell zusammengestellte Führungen angeboten. 12 Personen sind dabei die Mindestanzahl. Mehr als 25 sollten es allerdings nach Möglichkeit nicht sein.

 
 

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