Eine Wanderung durch 1000 Jahre Hohenwarter Geschichte

04.10.2015

Von einer Nikolauskirche, einem Benediktinerinnenkloster und tüchtigen Handwerksgeschlechtern in Hohenwart berichtete Ernst Petz bei seiner geschichtlichen Wanderung von Schenkenau nach Hohenwart vergangenen Sonntag.

Ausgangspunkt war die Schlosskirche Schenkenau. Sagenumwoben von 9 jungfräulichen Damen auf weißen Schimmeln und einem Brief von 1904 an das Pfarramt in Hohenwart liegt das wunderschön restaurierte Nikolauskirchlein verborgen zwischen Bäumen und umgeben vom ehemaligen Schlossweiher in Schenkenau.

Gut 30 Wanderer fanden sich am Sonntagfrüh in Schenkenau ein. Ernst Petz war überrascht über das große Interesse. Wobei Renate Muhr aus der Marktverwaltung verriet, dass bereits eine große Warteliste im Rathaus liegt. Nicht als geschichtlicher Lehrmeister wollte sich Ernst Petz bei dieser Wanderung sehen. Natürlich müssen bestimmte Epochen auch mit Zeitangaben versehen werden, aber so Petz, auch alte Geschichten, Überlieferung die vor hundert Jahren in den guten Stuben in und um Hohenwart erzählt wurden, sollten erhalten bleiben. So verschwanden die Jungfrauen auf ihren Schimmeln genauso wie eine alte Schatzkarte und auch 1812 das Schloss in Schenkenau. Heute zeigt sich die Nikolauskirche in einem sehenswerten Zustand. Der Hl. Nikolaus schaut auf seine Schäfchen herab und der „Gegeißelte“ eine kleine prachtvolle Figur beinhaltet zwei Blutreliquien. Die Nikolausreliquien weis Petz zu berichten, sind im Altar versteckt. Graf Ortolf der Gründer des Benediktinerinnenklosters in Hohenwart soll sie auf einer seiner Pilgerfahrten ins Hl. Land im 11. Jahrhundert mitgebracht haben.

Auf der Wanderung von Schenkenau nach Hohenwart erzählt Petz die Geschichte vom Klos, einem alten Warenhändler der hier seine Waren von Hohenwart über Schenkenau und Wangen nach Schrobenhausen brachte. Von Irrlichtern und armen Seelen die nachts in den Wäldern um Schenkenau und Hohenwart erschienen und von Müllern die um das Wohl der Paar bitten, ranken sich die Geschichten auf dem Paar Weg.

An der Kellerbrücke zeigt Petz die Lage der alten Bierkeller aus der Blütezeit der Hohenwarter Bierbrauer. Die Pfarrkirche und das ehemalige Benediktinnerinnenkloster, heute die Regens Wagner Einrichtung, verlieren Petz und seine Wanderer nie aus den Augen.

Das alte Benediktinerinnenkloster, erzählt Petz, war die Wiege von Hohenwart. Hier entstand Hohenwart und erhielt auch seine Marktrechte. Weinanbau, später das Bierbrauen waren Privilegien des Klosters. Hohenwart an heutiger Stelle entstand Ende des 14. Anfang des 15. Jahrhunderts, wobei sich Petz sicher ist, dass schon vorher unten im Tal eine kleine Ansiedlung bestand. Denn, so Petz, Müller, Fischer und Gerber waren auf den Paarfluss angewiesen.
Weiter ging es durch den Torbogen. Das obere Tor, das letzte verbliebene von drei Toren aus der Gründungszeit von Hohenwart. Mit ihm stehen die Marktkirche und das Spital als Jahrhundert alte bauliche Zeugen aus einer längst vergangenen Zeit. Der nun stark einsetzende Regen beschleunigt das Tempo und vielleicht kommt damit auch die Geschichte von Hohenwart als alten Handwerksmarkt etwas zu kurz. Beispielsweise erwähnt hier Petz die Schmiedefamilie am Marktplatz, die nachweislich bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts nicht nur den Namen Schmid führte sondern auch alle von Beruf Schmiede waren.

Führung in der Schlosskirche

Die nächste geschichtliche Wanderung steht für Renate Muhr schon fest. Im Dezember sind Adventswanderungen mit Fackeln von Schenkenau nach Hohenwart geplant. Wer Interesse hat, soll sich bei Renate Muhr (Tel.08443-6923) im Rathaus melden.

 
 

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