Übung der Jugendfeuerwehr Hohenwart

15.10.2018

24-Stunden-Übung ein voller Erfolg!

Voll motiviert und mit mächtig Vorfreude startete die Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Hohenwart am Samstag, 06.10.2018 um 8 Uhr ihre erste 24-Stunden-Übung.
Ziel dieser Übung war es, 24 Stunden in den Alltag eines Berufsfeuerwehrmannes / einer Berufsfeuerwehrfrau zu schlüpfen. Gemeinschaftliche Aktivitäten und Spiele sowie Fortbildungseinheiten wie Gerätekunde oder Unterricht werden von fiktiven (aber stets realistisch gestalteten) Einsätzen unterbrochen, bei denen die Jugendlichen ihr Können unter Beweis stellen dürfen.

Nach der Begrüßung durch Jugendwart Christoph Schartel und Kommandant Franz Amesreiter sowie einem gemeinsamen Frühstück wurden erst einmal die Schlafquartiere bezogen und die 17 Teilnehmer ihren Fahrzeugen zugewiesen.

Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase wurde eine Gruppe mittels Piepser zu einem Müllcontainer Brand in der Kläranlage Hohenwart alarmiert. Bei Eintreffen am Einsatzort stellte sich heraus, dass der Brand bereits auf die Fassade des angrenzenden Gebäudes übergegriffen hat und somit weitere Einsatzkräfte benötigt werden. Durch die Nachalarmierung wurden dann auch die 2. und 3. Gruppe in das Geschehen mit eingebunden. Zu Beginn musste mittels Unterflurhydranten eine Wasserversorgung für unsere Löschfahrzeuge errichtet und der Löschangriff mit zwei C-Rohren begonnen werden. Nach dem Eintreffen der weitern Kräfte wurden weitere zwei C-Rohre auf der Rückseite des Gebäudes eingesetzt und die angenommenen Flammen bekämpft.

Nach der erfolgreichen Brandbekämpfung und Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft stand eine Übungseinheit auf dem Schulungsplan.
In 3 Gruppen aufgeteilt wurde das Retten aus der Tiefe geübt sowie das Wissen über Gerätekunde und Erste Hilfe vertieft.
Tobias Kreitmayr und Sebastian Fahn erklärten den Jugendlichen, welche die Möglichkeiten wir bei Tiefenrettung und ähnlichen Einsatzszenarien haben.
Christian Neukäufer und Moritz Fahn gingen mit den Jugendlichen die wichtigsten Gerätschaften auf den Fahrzeugen durch und Christoph Schartel erläuterte die wichtigsten Grundlagen im Thema Erste Hilfe.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen begann gegen 12:30 Uhr der allgemeine Feuerwehrdienst.
Dieser wurde auch gleich unterbrochen, da parallel zum Monatsalarm ein Einsatz für die Jugendlichen eingespielt wurde.
Es ging nach Schlott. Hier war eine Person in eine Arbeitsgrube gestürzt und bewusstlos aufgefunden worden.
Nun wurde das gerade Erklärte praktisch umgesetzt und die Person erfolgreich gerettet. Eine weitere Rettungsmethode, welche bei zeitkritischen Einsätzen verwendet wird wurde ebenfalls erläutert.

Gerade im Gerätehaus angekommen, ertönte erneut der Piepser. Verkehrsunfall Fahrradfahrer unter PKW. Alle Gruppen besetzten sofort die Einsatzfahrzeuge und rückten aus. Angekommen am Einsatzort wurde die Geräteablage hergerichtet und mit dem Sichern des PKWs begonnen. Die Einsatzmöglichkeiten und wichtige Hinweise im Umgang mit den Hebekissen wurden durch erfahrene Kameraden weitergegeben. So wurde langsam und Schritt für Schritt erklärt, worauf zu achten ist, wenn ein PKW angehoben wird. Neben dem Sichern gegen wegrollen ist beim Anheben auch das Sichern mittels Unterleghölzern wichtig. Auch hier wurden noch weitere Möglichkeiten ausprobiert, den Fahrradfahrer möglichst schnell zu retten.

Noch bevor alle Materialien wieder im Fahrzeug verstaut waren, wurde eine Gruppe zu einem neuen Einsatz alarmiert. Es musste ein kleiner Plüschteddy vom Vordach der Schulbücherei gerettet werden. Mit Hilfe der Steckleiter kletterte ein Kamerad nach oben und rettete den Teddy.
Pünktlich zur Kaffeepause konnte man wieder einrücken und den wohlverdienten Nachmittagsimbiss in Ruhe genießen.

Spät nachmittags ging es dann zum Schulparkplatz. Feuerlöcher Ausbildung stand auf der Tagesordnung. Hier wurden die Kenntnisse im Umgang mit den Feuerlöschern vermittelt, welche verschiedenen Löscher es gibt und die praktische Anwendung geübt. Dies musste leider vorzeitig abgebrochen werden.

Zurück im Gerätehaus stand etwas Freizeit auf dem Plan. Ein Teil zog sich in seine Quartiere zurück, ein anderer versammelte sich im Florianstüberl zum Kartenspielen und gemütlichen Beisammensein.
Es dauerte nicht lange, dann war es mit der Ruhe auch schon wieder vorbei. Der Piepser pfiff zum 5. Mal. Brandmeldeanlage (BMA) im Seniorenzentrum.
Am Einsatzort angekommen, stellte sich zum Glück heraus, dass es sich um einen Fehlalarm handelte. Dies wurde sogleich genutzt um den Jugendlichen durch Thomas Schmid einen Einblick in die BMA zu geben, wie die Laufkarten zu verwenden sind und welche Besonderheiten es in solchen Gebäuden gibt.

Kaum eingerückt wurde die Feuerwehr ein weiteres Mal alarmiert. Diesmal ging es mit Blaulicht und Martinhorn zu einem Verkehrsunfall. Ein PKW kam von der Straße ab und fuhr gegen eine Baumreihe. Eine Person war eingeklemmt.
Unter Anleitung von Klaus Wiesender wurde der Bereitstellungsplatz eingerichtet und Schritt für Schritt der Verunfallte aus dem Fahrzeug gerettet. Im Anschluss durften alle noch einmal Hand anlegen und die restlichen Türen des Fahrzeugs entfernen.

Sichtlich erschöpft aber glücklich ging es zurück zur Wache. Angekommen wartete auch schon das Abendessen auf die fleißigen Floriansjünger.
Der Tag neigte sich langsam aber sicher dem Ende, als der Piepser um 21 Uhr noch einmal ertönte. Gemeldet wurde ein Brand in Schlott. Auf dem Weg dorthin war der Feuerschein schon weit entfernt wahrnehmbar. Am Brandherd angekommen stellte sich heraus, dass ein Holzhaufen Feuer fing. Gekonnt wurde ein Ausbreiten auf einen naheliegenden Holzhaufen verhindert und auch der Brand war nach kurzer Zeit unter Kontrolle. Nach den Löscharbeiten wurde noch mittels Wärmebildkamera nach letzten Glutnestern gesucht. Nach der Prüfung und positiver Rückmeldung durch die Gruppenführer wurde der Einsatz beendet und ins Gerätehaus eingerückt.
Im Anschluss mussten die eingesetzten Gerätschaften gereinigt und die Einsatzbereitschaft zum letzten Mal an diesem Tag wiederhergestellt werden, bevor es zur verdienten Nachtruhe überging.

Morgens um 05:30 Uhr endete die Nachtruhe abrupt, als der Piepser ein letztes Mal ertönte. Gemeldet wurde ein Feuerschein im Neubaugebiet Kerschberg II.
Sichtlich verschlafen rückten die Nachwuchskräfte zum Einsatz aus. Es war diesmal seelenruhig in den Fahrzeugen. Lediglich die Frage, wie spät es denn sei, war einmal zu hören. Es stellte sich heraus, dass es sich um eine mutwillige Alarmierung handelte und wir nach kurzer Zeit wieder ins Gerätehaus einrücken konnten.

Die Nachtruhe ging noch bis 7 Uhr, als es dann zum Morgenappell antreten hieß.
Gemeinsam wurden die Fahrzeuge gereinigt, das Gerätehaus auf Vordermann gebracht und beim anschließenden Frühstück auf spannende aber auch anstrengende 24 Stunden zurückgeblickt.

Abschließend bedankte sich Jugendwart Christoph Schartel noch bei der Jugendgruppe, die zwar sichtlich erschöpft aber voller Freude an der 24h Übung teilgenommen hat, aber auch bei den beiden Kommandanten Franz Amesreiter und Martin Lang und bei den zahlreichen Helfern für die tatkräftige Unterstützung, damit dieser Tag erst möglich wurde.


 
 
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